Vayu Aura im Test - der Wing mit Handles und Boom-System

Manuel Vogel

 · 14.06.2022

Vayu Aura im Test - der Wing mit Handles und Boom-System
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Der Vayu Aura ist der erste Wing, den man entweder mit Handles oder Mini-Booms surfen kann. Wir haben getestet, was der Wing sonst noch kann.

Ergänzend zum Modell VVing (HIER gibt’s den Test) hat Vayu mit dem Modell Aura jetzt ein weiteres Eisen im Feuer, was vor allem Freestyle-, Wave- und Manöverfans ansprechen soll.

An Land:

Den Vayu Aura gibt’s in sechs Größen (2,3/2,8/3,5/4,0/5,0/6,0) und in drei Farbcodes. Verglichen mit dem VVing fällt die Spannweite beim Aura etwas kompakter aus, Anströmkante und Profil wurden flacher designt, um dem Wing mehr Neutralität und ein besseres Handling zu verleihen. Auf ein Fenster wird auch aus Gewichtsgründen verzichtet. Einzigartig ist der Vayu Aura vor allem aufgrund seines wechselbaren Griffsystems, innerhalb von gut fünf Minuten lässt sich der Wing von Handles auf Mini-Booms umrüsten. Beide Systeme bieten viel seitlichen Spielraum, wodurch jede/r eine ideale Griffposition finden kann, um mit gleicher Zugverteilung auf beiden Armen zu wingen. Die Booms bieten einen maximal direkten Kontakt zum Wing, sind aber etwas schwerer als die Handles (+250 Gramm) und erhöhen natürlich - wie jedes feste Boom-System - im Falle von Stürzen, die Gefahr von Beschädigungen des Boards. Die Handles sind diesbezüglich im Vorteil. Die weitere Ausstattung des Wings überzeugt - dank eines Auslassventils an der Mittelstrut geht das Entlüften sehr zügig vonstatten und auch die Verstärkungen an der Fronttube sind solide und dürften auch Skate-Sessions auf Asphalt gut überstehen.

Verlagssonderveröffentlichung

Wie immer stellen wir euch auch diesen Testwing wieder in einem Clip auf unserem YouTube-Kanal vor. Klickt mal rein!

Auf dem Wasser:

Unabhängig vom gewählten Griffsystem liegt der Vayu Aura sehr ausgewogen in der Hand, dank der Möglichkeit, die Hände seitlich zu verschieben, greift man stets passend und mit gleicher Zugverteilung. Pumpt man den Aura mit den empfohlenen 7 Psi Druck auf, wirkt der Wing recht steif, auch in den Händen schwerer Piloten verzieht sich hier nichts. Bei Leichtwind darf man den Aura sogar gerne etwas weniger stark aufpumpen, mit 6,5 Psi wirkt der Wing dann etwas flexibler und nimmt Pumpzüge noch besser an. Insgesamt fällt die Leichtwind-Power sehr ordentlich aus, wenngleich der Vayu Aura bei passiver Fahrweise (ohne Pumpen) nicht ganz an die Leistung des Vayu VVing und anderer Kraftpakete heranreicht.

Das Griffsystem des Aura erlaubt intuitives GreifenFoto: Marius Gugg
Das Griffsystem des Aura erlaubt intuitives Greifen

Bereits auf der Geraden wird deutlich, dass der Aura deutlich leichter und agiler in der Hand liegt als der kraftvoll und freeridig abgestimmte VVing. Hier vermittelt der Aura eine ideale Mischung aus stabiler Fluglage und der für Manöver und Sprünge nötigen Leichtigkeit. Egal ob man durch Halsen oder Freestyle-Rotationen fliegt, der Aura rotiert flink, wirkt dabei angenehm leicht und lässt sich überaus präzise dirigieren - Steuerimpulse werden 1:1 weitergegeben. Dies gilt vor allem, wenn die Mini-Booms montiert sind, aber auch mit den Handles wirkt der Wing keineswegs indirekt. Nur, dass die Handles etwas glatt wirken und beim Greifen mehr Kraft als gewünscht erfordern, ist hier verbesserungswürdig. Dass an der kurzen Mittelstrut im Vergleich zum VVing massiv Gewicht eingespart wurde, macht sich in Manövern und beim Abreiten von Wellen nach Lee besonders positiv bemerkbar - der Aura fliegt hier wesentlich neutraler mit, die Hinterkante des Wings (”Trailing Edge”) bleibt spürbar länger oben, wodurch der Vayu Aura auch in der Welle keine Wünsche offen lässt.

Mit seinem direkten Griffsystem lässt sich der Aura überaus präzise steuernFoto: Marius Gugg
Mit seinem direkten Griffsystem lässt sich der Aura überaus präzise steuern

Vayu Aura - das Fazit:

Der Vayu Aura deckt einen erfreulich großen Einsatzbereich ab und eignet sich sowohl zum entspannten Freeriden, als auch für ambitionierte Trickser sowie als Wing für die Welle. Dass er dabei etwas weniger Grundzug vermittelt als sein Stallbruder VVing kann man verschmerzen, denn Handling und Neutralität sind auf einem deutlich höheren Level angesiedelt.

Einsatzbereich; 2 Griffsysteme zur Auswahl; Neutralität

Handles etwas rutschig

Kein Fenster