Test Sport Vibrations SV-Wing - was kann der günstige Allround-Wing?

Manuel Vogel

 · 16.09.2022

Test Sport Vibrations SV-Wing - was kann der günstige Allround-Wing?Foto: Julian Wiemar

Für 725 Euro gibt’s den Sport Vibrations SV-Wing komplett mit Tasche, Leash und Pumpe. Ob der Wing auf dem Wasser konkurrenzfähig ist, oder ob man hier Abstriche machen muss, haben wir getestet.

Sport Vibrations ist offizieller SUP-Importeur für Mistral in Deutschland und Österreich. Zum Portfolio des Vertriebs gehört aber auch Material aus dem Windsurf- und Wingfoil-Bereich. Der SV-Wing ist in zwei Größen, mit 3,7 und 5,0qm, erhältlich und als Allround-Wing für Einsteiger und fortgeschrittene Wingsurfer*innen konzipiert.

An Land:

Unsere Testgröße mit 5,0qm kommt als durchaus attraktives Paket daher - zum Lieferumfang gehören neben einer Tasche auch eine passende Pumpe sowie die Leash. Aufgepumpt wird der Wing über ein SUP-Ventil auf maximal 6 Psi. Das Entlüften dauert vergleichsweise lange, da ein zusätzliches Entlüftungsventil an der Mittelstrut nicht vorhanden ist. Die Fronttube fällt bei diesem Wing vergleichsweise dünn aus, daher sollte man den empfohlenen Maximaldruck auch ausreizen. Mit Handles wurde hier nicht gegeizt, statt der üblichen einzelnen Front Handle gibt’s hier noch zwei weitere, seitlich versetzte Griffe sowie Transfer-Handles zwischen Mittelstrut und Fronttube. Beim Griffsystem setzt man hier auf mehrere schmale Griffe. Diese gewähren einen direkten Kontakt zum Wing, schränken aber das seitliche Verschieben der Hände etwas ein. Der Sport Vibrations SV-Wing hat ein vergleichsweise großes Fenster, welches einen guten Rundumblick ermöglicht.

Auch diesen Wing stellen wir dir nochmal ausführlich auf unserem YouTube-Kanal vor. Klick mal rein!

Auf dem Wasser:

Bereits in der Anfahrphase macht sich die sehr weiche Grundcharakteristik des Wings bemerkbar. Auch mit maximalem Druck (6 Psi) aufgepumpt, wirkt der Sport Vibrations SV-Wing derart weich, dass die Flügelspitzen beim engagierten Pumpen hochklappen und die Pumpenergie leider nahezu wirkungslos verpufft. Unserer Erfahrung nach ist dafür die zu dünn dimensionierte Fronttube verantwortlich, diese macht ein effizientes Anpumpen auf Wingfoil-Boards kaum möglich.

Dünne Fronttube, geringer Fülldruck - das macht den Wing leider zu weichFoto: Julian Wiemar
Dünne Fronttube, geringer Fülldruck - das macht den Wing leider zu weich

Erst mit deutlich stärkerem Grundwind kommt man mit dem SV-Wing daher auf Touren. Der Wing bietet dann viel Dämpfung, in starken Böen leidet allerdings die Kontrolle wieder unter dem schwammigen Grundgerüst. Auch wenn der Wing nicht zu den Leichtgewichten gehört, so lässt er sich doch in Manövern präzise dirigieren, da die festen Griffe Steuerimpulse unmittelbar weitergeben. Auch beim Abreiten von kleinen Chops oder Dünungswellen stellt sich der SV-Wing angenehm neutral und driftet brav hinterher.

Den Sport Vibrations SV-Wing gibt’s in zwei GrößenFoto: Julian Wiemar
Den Sport Vibrations SV-Wing gibt’s in zwei Größen

Etwas besser funktioniert der Wing als Leichtwind-Motor für Windsurf-Longboards oder SUPs (ohne Foil) - hierbei fallen die Schwachpunkte weniger stark ins Gewicht und man kann entspannt seine Bahnen ziehen.

Sport Vibrations SV-Wing - das Fazit:

Beim Sport Vibrations SV-Wing kann leider auch der sehr attraktive Preis nicht darüber hinwegtrösten, dass der Wing aufgrund seiner konstruktiven Mängel zum Wingfoilen schlicht nicht konkurrenzfähig ist. Als Antrieb fürs SUP bei Leichtwind ist der Wing aber eine passable Alternative.

Preis

Griffsystem

Weiche Struktur, Leichtwind-Power, Kontrolle