Ocean Rodeo Glide – das Wing-Leichtgewicht im TestFoto: Marius Gugg

WingsOcean Rodeo Glide – das Wing-Leichtgewicht im Test

Manuel Vogel

 1/18/2022, Lesezeit: 3 Minuten

Der Ocean Rodeo Glide Wing ist vielleicht der leichteste Wing der Welt. Wie er fährt und ob der alte Grundsatz “light is right” auch diesmal gilt – wir haben es getestet.

Mit Aluula zum Gewichtsrekord – der Ocean Rodeo Glide an Land:

Markige Sprüche von Marketingabteilungen sind wir ja gewohnt, insofern hatten wir das Hersteller-Versprechen “40 Prozent leichter als der Industrie-Standard” zunächst nicht überbewertet. An der Test-Waage sorgte der Ocean Rodeo Glide A-Series, so die korrekte Bezeichnung, dann aber doch für Staunen: 1,85 Kilo sind für einen 5qm Wing ein absoluter Spitzenwert. Möglich macht es ein spezielles Laminatmaterial namens “Aluula”, welches Ocean Rodeo für Front Tube und Mittelstrut verwendet. Dieses Material ist sehr leicht sowie spürbar steifer als das Standardmaterial und soll mit acht bis zwölf Psi Druck befüllt werden. Auf diese Weise wird die Struktur des Wings versteift, Front Tube und Strut können folglich dünner und damit nochmals leichter designt werden.

Front Tube und Mittelstrut sind beim Glide vergleichsweise dünn – das spart GewichtFoto: Manuel Vogel
Front Tube und Mittelstrut sind beim Glide vergleichsweise dünn – das spart Gewicht

Was es zum Griffsystem des Wings zu sagen gibt, welche weiteren Features interessant sind und wo wir auch kleine Schwächen entdeckt haben, erfährst du im Produkt-Clip auf unserem YouTube-Kanal.

Auf dem Wasser:

Der Ocean Rodeo Glide Wing schwebt bereits auf dem Weg an die Wasserkante hinterher wie ein Schatten. Mit seiner dünnen Front Tube und einem eher flachen Profilverlauf wirkt der Wing bei passiver Fahrweise (ohne Anpumpen) spürbar weniger kraftvoll als andere Wings. Mit aktiver Fahrweise (Anpumpen) lässt sich das untere Windlimit fürs Abheben aber auf ein konkurrenzfähiges Level drücken. Weil der Glide Wing stets sehr steif wirkt, empfehlen wir vor allem am unteren Windlimit und in den Händen von leichten Surfern bzw. Surferinnen (<75 Kilo), den Fülldruck etwas zu reduzieren – 7 Psi an der Front Tube und 10-11 Psi an der Mittelstrut sind dann ideal. Auf diese Weise wirkt der Wing etwas elastischer, was das Anpumpen verbessert. Dass das Eigengewicht des Ocean Rodeo Glide so unvergleichlich niedrig ist, macht sich beim Anpumpen in jedem Fall positiv bemerkbar.

Die Durchsicht ist aufgrund der kleinen Fenster limitiertFoto: Marius Gugg
Die Durchsicht ist aufgrund der kleinen Fenster limitiert

Komplett überzeugend fanden unsere Tester das Griffsystem des Glide. Drei recht breite und bequem gepolsterte Handles lassen sich in Manövern gut greifen und ermöglichen ein seitliches Verschieben der Hände, um mit gleichmäßiger Zugverteilung zu Wingen. Damit wirkt der Ocean Rodeo Glide auch auf der Geraden wunderbar leicht, was kraftsparendes Surfen ermöglicht. Mit seiner dünnen Anströmkante erreicht der Wing einen hohen Topspeed und bietet damit ideale Voraussetzungen für satte Sprünge und Freestyletricks, wirkt dabei aber auch etwas agiler und will in Böen sensibler geführt werden.

Bei Rotationen profitiert der Wing enorm von seinem geringen EigengewichtFoto: Marius Gugg
Bei Rotationen profitiert der Wing enorm von seinem geringen Eigengewicht

Egal ob Rotationen wie 360s oder “normale” Foilmanöver, der Ocean Rodeo Glide rotiert wie im Zeitraffer und lässt sich buchstäblich mit zwei Fingern dirigieren. In neutraler Position, z.B. beim Driften auf der Welle, bleibt die Hinterkante des Wings lange in der Luft. Lediglich bei Wenden und dem Abreiten von Dünungswellen, muss man den Wing mitunter aktiv in die neutrale (horizontale) Position drehen, denn der Glide hat eine leichte Kipp-Tendenz und pendelt sich von alleine manchmal nicht richtig aus.

Um sauber in die neutrale Position zu kommen, muss man beim Glide Wing mitunter etwas nachhelfenFoto: Marius Gugg
Um sauber in die neutrale Position zu kommen, muss man beim Glide Wing mitunter etwas nachhelfen

Fazit:

Der Ocean Rodeo Glide Wing setzt die Messlatte in punkto Handling und Manövereignung auf ein neues Level. Blutigen Anfängern verlangt der Wing beim Anfahren etwas mehr ab, wer Vorerfahrung mitbringt und aktiv anpumpen kann, wird die Stärken des Wings aber schnell voll auskosten – egal ob beim Freeriden, Tricksen oder in der Welle. Ideal passt der schnelle Glide zu flotten Foils mit einer High- oder Medium Aspect Ratio.

Gewicht, Manöverhandling, Freestyle

Klett an der Leash etwas kurz

Preis