Naish Wing-Surfer MK4 – der neue Allround-Wing im Test

Manuel Vogel

 · 15.03.2022

Naish Wing-Surfer MK4 – der neue Allround-Wing im Test

Der Naish Wing-Surfer MK4 geht als erklärter Allrounder für Freeride, Manöver und Welle ins Rennen. Wir haben die Neuheit getestet und verraten euch, ob der Wing die selbst gesteckten Ziele erreichen kann.

Der Naish Wing-Surfer MK4 Wing an Land:

Mit 318 Zentimetern Spannweite fällt unser 5,0er Wing-Surfer MK4 zwar nach wie vor kompakt aus, hat aber verglichen mit dem Vorgängermodell “Wing-Surfer” (HIER gibt’s einen Test) eine etwas gestrecktere Form bekommen, um auf der Geraden ausbalancierter und ruhiger in der Hand zu liegen. Auch der Durchmesser der Fronttube wurde etwas vergrößert, was Steifigkeit und Druckpunktstabilität verbessern soll. Dank eines tieferen Profils soll der MK4 bei Leichtwind nun mehr Leistung entwickeln. Grundlegend überarbeitet wurde beim Naish Wing-Surfer MK4 das Griffsystem – breiter und enger angenäht, bieten die Handles jetzt deutlich mehr seitlichen Spielraum, wodurch man die Griffposition freier wählen kann.

Verlagssonderveröffentlichung

Welche Änderungen uns im Vergleich zum Vorgängermodell sowie zum ebenfalls getesteten Naish Matador aufgefallen sind und welche kleinen Schwächen wir bei der Ausstattung entdeckt haben, sehr ihr in diesem Clip auf unserem YouTube-Kanal. Klickt mal rein.

Insgesamt wurden einige kleine Kritikpunkte des Vorgängermodells sinnvoll überarbeitet: Ein zusätzliches Ventil an der Mittelstrut erlaubt jetzt ein schnelleres Entlüften des Wings, zudem finden sich an der Strut jetzt auch kleine Schlaufen für die optionale Befestigung eines Trapeztampens. Das Fenster bietet nach wie vor einen guten Kompromiss aus Durchsicht einerseits, garantiert aber auch weiterhin ein kleines Packmaß. Die übrigen Ausstattungsdetails, wie z.B. die Nahtabdeckungen oder der Schutz der Wingtips, sind auf gewohnt hohem Niveau.

Der Wing soll ab dem 15. April 2022 in den Shops verfügbar sein.

Der MK4 wirkt straff, die neuen Griffe erlauben variable PositionenFoto: Marius Gugg
Der MK4 wirkt straff, die neuen Griffe erlauben variable Positionen

Auf dem Wasser:

Der Naish Wing-Surfer MK4 wirkt bereits auf den ersten Metern wie aus einem Guss: Das Profil erscheint straff, auch wenn 90-Kilo-Brocken anpumpen, wird der Wing keinesfalls schwammig. Leichten Fahrern/Fahrerinnen (<75 Kilo) würden wir empfehlen, den Wing nur mit rund 7 Psi Druck aufzupumpen, da der MK4 dann etwas elastischer wirkt und sich am unteren Windlimit effizienter anpumpen lässt. Unterm Strich gehört der MK4 nicht zu den extrem kraftvollen Wings sondern liegt bei Leichtwind eher im Mittelfeld, lässt sich aber mit aktiver Fahrweise gut und effizient anpumpen. Die recht kompakte Spannweite verhindert, dass beim Pumpen die Wingtips im Wasser hängenbleiben. Auch in richtig starken Böen bleibt der Wing wunderbar druckpunktstabil, es ergeben sich kaum spürbare Lastwechsel auf den Händen. Das neue Griffsystem erlaubt es zudem, die Hände seitlich zu verschieben und damit immer eine Position mit idealer Zugverteilung zu finden – was die Freeride-Eignung im Vergleich zum Vorgängermodell nochmal spürbar verbessert.

Der Wing-Surfer MK4 bietet ein hohes Speedpotential und damit beste Voraussetzungen zum SpringenFoto: Marius Gugg
Der Wing-Surfer MK4 bietet ein hohes Speedpotential und damit beste Voraussetzungen zum Springen

Besonders gefallen hat uns der Naish Wing-Surfer MK4 auch zum sportlichen Freeriden in Kombination mit schnellen High-Aspect-Foils, denn der Wing liegt einerseits sehr ruhig und kontrollierbar in der Hand, bietet obendrein aber auch noch ein gutes Speedpotential. In Manövern vermittelt er ein rundum leichtes und vor allem neutrales Gefühl, ohne störendes Eigenleben. Abgesehen von einigen wenigen, extrem auf Gewicht optimierten Wings (Ocean Rodeo Glide, Duotone Unit), muss der MK4 in punkto Handling keinen Vergleich scheuen. Allerdings erfordern die zwar breiten aber stramm angenähten Handles schon ein sehr präzises Umgreifen in Manövern und damit etwas Übung. Dafür werden Steuerimpulse ohne Verzögerung weitergegeben und auch bei böigen Bedingungen hat man immer einen erfreulich direkten Kontakt zum Wing.

Aufgrund seiner kompakten Maße macht der Naish Wing-Surfer MK4 auf Rotationen gerne mitFoto: Marius Gugg
Aufgrund seiner kompakten Maße macht der Naish Wing-Surfer MK4 auf Rotationen gerne mit

Ebenfalls keine Blöße gibt sich der Naish Wing-Surfer MK4 beim Abreiten kleiner Dünungswellen, wo er zwar nicht ganz die Neutralität seines Stallbruders Naish Matador erreicht, aber trotzdem gut ausbalanciert hinterher driftet.

Fazit:

Der Naish Wing-Surfer MK4 überzeugt als kompletter Allrounder! Verglichen mit dem Vorgängermodell schlagen sich vor allem das angepasste Griffsystem sowie die Änderungen an Profil und Outline in deutlich verbesserter Freeride-Eignung nieder. Aufgrund seines guten Manöverhandlings und kompakter Maße macht der MK4 aber auch ambitionierte Freestyle-Rotationen problemlos mit und eignet sich damit für eine extrem breite Zielgruppe von Aufsteigern, über Freerider bis hin zu Freestylern. Im Vergleich zum Naish Matador ist die Windrange beim MK4 deutlich größer, nur wer überwiegend in die Welle möchte, sollte sich zum Matador orientieren.

Kontrolle, Windrange, Einsatzbereich

Leash etwas auf Spannung

Position der Front Handle