Duotone Unit vs. Unit D/Lab: 2 neue Allrounder im Vergleichs-TestFoto: Marius Gugg

WingsDuotone Unit vs. Unit D/Lab: 2 neue Allrounder im Vergleichs-Test

Manuel Vogel

 2/24/2022, Lesezeit: 4 Minuten

Den neuen Duotone Unit gibt’s ab sofort neben der “normalen” Version auch in einer leichten D/Lab-Variante aus Aluula-Material. Wir haben getestet, was die Wings unterscheidet.

Die Modellvarianten Duotone Unit und Unit D/Lab ergänzen das Modell Slick (HIER gibt’s einen Test) in Richtung der Einsatzbereiche Freeride und Wave/Downwind. Was die Unterschiede zwischen Unit und Unit D/Lab sind und ob es Sinn macht, für einen Gewichtsvorteil von 300 Gramm 600 Euro mehr auf den Tisch zu legen, haben wir getestet.

Slick (links) vs. Unit – Letzterer hat mehr Spannweite und Profil sowie ein anderes GriffsystemFoto: Marius Gugg
Slick (links) vs. Unit – Letzterer hat mehr Spannweite und Profil sowie ein anderes Griffsystem

Duotone Unit vs. Unit D/Lab – unterschiedlicher Materialmix

Beide Varianten des Modells – Unit und Unit D/Lab – gleichen sich hinsichtlich Outline, Profilverlauf und grundlegender Ausstattung, unterscheiden sich aber hinsichtlich ihrer verwendeten Materialien. Generell besitzt das neue Modell eine um knapp 20 Zentimeter größere Spannweite als z.B. der Duotone Slick, was ihn beim Abreiten von Wellen besser driften lassen und auch Freeride-Eignung und Leichtwind-Leistung zugute kommen soll. Die Fronttube des Unit ist im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich stärker segmentiert, was dem Wing eine steifere Grundstruktur verleihen soll. Beim leichteren Unit D/Lab setzt Duotone hingegen auf das sehr steife Aluula-Material, welches auch beim Ocean Rodeo Glide zum Einsatz kommt (HIER gibt’s einen Test). Damit fällt der Unit D/Lab in unserer Testgröße 5,0qm rund 300 Gramm leichter aus als der “normale” Unit, dafür muss man an der Ladentheke aber satte 600 Euro mehr hinblättern.

Die genauen Unterschiede der beiden Modelle, auch im Vergleich zum Modell Slick, erklären wir euch nochmal in diesem Clip auf unserem YouTube-Kanal.

Ebenfalls neu ist auch das Griffsystem des Unit bzw. Unit D/Lab: Statt auf Handles setzt der Hersteller jetzt auf Mini-Booms, die ein seitliches Verschieben der Hände ermöglichen und darüber hinaus eine sehr direkte Verbindung zum Wing bedeuten.

Der neue Unit hat kleine Mini-BoomsFoto: Marius Gugg
Der neue Unit hat kleine Mini-Booms

Auf dem Wasser:

Unabhängig davon, für welche Variante des neuen Unit man sich entschieden hat, werden die Stärken des Konzepts schnell deutlich: Der Wing liegt perfekt ausbalanciert in der Hand und lässt sich richtig gut anpumpen – dabei lädt er sich spürbar besser auf, als z.B. der Stallbruder Slick. Im direkten Vergleich wirkt der Unit D/Lab nochmal eine Spur leichter, das geringere Eigengewicht macht sich beim Anpumpen zusätzlich positiv bemerkbar. Wenn man ehrlich ist, spielt aber auch der normale Unit hier in einer sehr hohen Liga. Mit dem D/Lab hebt man unterm Strich also nicht früher ab, sondern tut dies beim Pumpen allenfalls mit etwas weniger Kraftaufwand.

Die Fenster fallen beim Unit recht klein ausFoto: Marius Gugg
Die Fenster fallen beim Unit recht klein aus

Das neue Griffsystem bietet viele Vorzüge: Der Kontakt mit dem Wing ist maximal direkt, Steuerimpulse in Manövern werden 1:1 weitergegeben. Auch ein Anpassen der Griffposition ist millimetergenau möglich, wodurch man den Druckpunkt immer direkt zwischen den Händen halten kann – das Resultat ist eine sehr gleichmäßige Zugverteilung und beste Freeride-Eignung. Unit und Unit D/Lab sind beides straff abgestimmte Wings, in Böen bleiben sie überdurchschnittlich lange kontrollierbar. Bei Leichtwind würden wir empfehlen, den Fülldruck um 0,5-1,0 Psi zu reduzieren, dadurch werden die Wings etwas elastischer und laden sich beim Anpumpen noch besser auf – vor allem, wenn leichte Fahrer*innen (<75 Kilo) damit surfen.

Bei Sprüngen bietet der Unit viel Lift, rotiert aber auch etwas träger als z.B. der Duotone SlickFoto: Marius Gugg
Bei Sprüngen bietet der Unit viel Lift, rotiert aber auch etwas träger als z.B. der Duotone Slick

Auch für ambitionierte Wingsurfer*innen haben Unit und Unit D/Lab viel zu bieten. Beide Varianten bieten viel Power und Lift für Sprünge und machen auch Rotationen problemlos mit. Der D/Lab wirkt hierbei erwartungsgemäß noch eine Spur handlicher. Auf der Welle driftet der Unit stoisch hinterher und sorgt mit erfreulich geringem Eigenleben dafür, dass man kleine Dünungs- und Brandungswellen entspannt absurfen kann. Erst beim Abreiten nach Lee merkt man im direkten Vergleich der beiden Modelle, dass der D/Lab hierbei sogar noch etwas leichter mitschwebt.

Beim Driften auf der Welle sind beide Varianten des Unit sehr neutralFoto: Marius Gugg
Beim Driften auf der Welle sind beide Varianten des Unit sehr neutral

Fazit:

Beide Varianten des Unit haben uns voll überzeugt und eignen sich als straffe, leistungsstarke und handliche Wings für eine breite Zielgruppe von Wingfoil-Einsteigern, Freeridern bis hin zu Wave-Foilern. Der D/Lab wirkt dabei nochmal eine Spur handlicher und driftet beim Wellenabreiten noch schwereloser – ob einem dies 600 Euro Aufpreis wert ist, muss am Ende jeder selbst entscheiden. Die Freestyle-Eignung von Unit und Unit D/Lab ist ebenfalls nicht schlecht, insgesamt bietet der Stallbruder Slick aufgrund seiner geringeren Spannweite aber noch etwas mehr Potential für Freestyle-Rotationen.

Direkter Wing-Kontakt, Power, Neutralität, Handling

Preis D/Lab; Keine Leash im Lieferumfang