Sroka Wingfoil-Set im TestBoard + Wing + Foil = 2050 Euro

Manuel Vogel

 · 28.10.2022

Sroka Wingfoil-Set im Test: Board + Wing + Foil = 2050 Euro

Die französische Wassersportmarke Sroka bietet ein Set mit aufblasbarem Wingboard, Wing und Foil für 2050 Euro. Wir haben es ausprobiert.

Die französische Marke Sroka ist in sämtlichen Wassersport-Disziplinen aktiv und bietet von SUPs über Kitesurf-Equipment und Foils bis hin zu einem kompletten Wingfoil-Sortiment sämtliches Spielzeug an. Vertrieben werden diese direkt über einen Onlineshop, was die Produkte preislich sehr attraktiv macht, zumal kostenlos innerhalb Europas geliefert wird. Unser Test-Set, bestehend aus dem Air 5’3 Wingboard (115 Liter), dem S-Foil mit 1750 cm2 Fläche und dem Sroka V3 Wing (5,0 qm) wandert im Set bereits für 2050 Euro über den Tisch. Wir haben ausprobiert, ob günstig auch gut ist.

Verlagssonderveröffentlichung

An Land:

Sroka Air 5’3

Das aufblasbare Foilboard ist in drei Größen mit 5’3/6’0 und 6’4 erhältlich, zu niedrigen Preisen von 580 bis rund 620 Euro. Zum Lieferumfang gehören eine passende Tasche, Pumpe und eine gute Leash. An Deck sind Schlaufenplugs integriert, die Straps selbst gehören aber nicht zum Lieferumfang und müssen zugekauft werden. Das Foil wird in einer großflächig aufgeklebten Platte montiert, diese verfügt allerdings nicht über einen Tragegriff. Einen solchen findet man nur auf der Oberseite des Boards, das Tragen mit montiertem Foil ist daher etwas mühsam.

Das V2 Inflatable Foil Board gibt's in drei Größen

Die Konstruktion des Boards macht einen soliden Eindruck, ist allerdings auch auf die Basics beschränkt. So wird auf eine aufgeklebte Gummikante im Heckbereich verzichtet, die Kanten sind dementsprechend rund.

Sroka V3 Wing

Der V3 Wing des französischen Herstellers ist in Größen von 3/4/5 und 6qm erhältlich, die Einzelpreise liegen hier, je nach Größe, zwischen 660 und 829 Euro. Unsere Testgröße mit 5,0qm (WING-Messung 2,55 Kilo) fällt mit einer Spannweite von 351 Zentimetern eher gestreckt aus und kommt ohne Fenster aus dem mitgelieferten Rucksack. Befüllt wird der Wing, der über ein eher flaches Profil verfügt, über zwei Standard-Ventile an Fronttube und Mittelstrut. Beim Aufpumpen ist also einmal Umstöpseln nötig, dafür entlüftet man den Wing nach der Session recht zügig. Die mitgelieferte Leash ist ok, das Klett fällt allerdings recht schmal und dünn aus.

Der Sroka V3 Wing bietet zwei breite Griffschlaufen, die passend positioniert sindFoto: Julian Wiemar
Der Sroka V3 Wing bietet zwei breite Griffschlaufen, die passend positioniert sind

Der empfohlene Fülldrück liegt bei 6-7 Psi, so aufgepumpt wirkt der Wing straff abgestimmt. Beim Griffsystem setzt Sroka auf zwei breite Handles. Diese erlauben ein seitliches Verschieben der Hände, greifen sich überaus bequem und bieten trotzdem noch einen recht direkten Kontakt zum Wing.

S-Foil 1750

Das S-Foil von Sroka ist mit vier Frontwing-Größen verfügbar - mit 1250/1500/1750 oder 2000 cm2 Fläche. Unser 1750er Testfoil überzeugt mit guter Passgenauigkeit, Flügel, Montageplatte und Fuselage werden durchweg mit soliden M8-Torx-Schrauben befestigt. Der Frontflügel mit seiner 98,5 Zentimeter messenden Spannweite sitzt ziemlich nah am Mast, der Druckpunkt des Foils befindet sich dadurch weiter hinten als der Durchschnitt - man schraubt das Foil folglich bei den meisten Boards eher im vorderen Bereich der Box. Der 80er Aluminiummast punktet mit guter Steifigkeit, auf Wunsch ist das Foil auch mit weiteren Mastlängen (55/70/90 Zentimeter) und kürzeren Fuselages erhältlich.

Das Sroka S-Foil gibt's in vier Größen

Auch das S-Foil ist einzeln erhältlich, in Abhängigkeit von den gewählten Komponenten kostet es zwischen 799 und 989 Euro.

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Auf dem Wasser:

Das 5’3er Board liegt stabil im Wasser, nur die erhabenen Schlaufenplugs stören beim Positionieren auf dem Board etwas, sofern man das Brett ohne Schlaufen nutzt. In der Anfahrphase kommt das Board durchschnittlich vom Fleck, am unteren Windlimit ist eine aktivere Fahrweise nötig, da die runde Kante im Heckbereich etwas mehr Fahrwiderstand produziert als scharfe Abrisskanten. Unterm Strich bietet das Brett in der Kombination mit dem S-Foil 1750 aber eine ordentliche Leichtwind-Performance. Das recht dick profilierte Foil produziert bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten genug Lift und hebt berechenbar ab - Wingfoil-Einsteiger werden diese Charakteristik sehr schätzen.

In Manövern bleibt das Foil stabil angeströmtFoto: Julian Wiemar
In Manövern bleibt das Foil stabil angeströmt

Dass das S-Foil nicht den Speedrekord knackt, liegt in der Natur der Sache, der Fokus liegt hier auf genüsslichem Cruisen und stabiler Anströmung - und genau dieses Versprechen erfüllt das S-Foil mit Bravour. Auch in Foilmanövern wie 360ern und bei Halsenvarianten bleibt es stabil angeströmt, trägt auch bei niedrigen Geschwindigkeiten noch verlässlich und wirkt dabei überraschend agil. Für Einsteiger bedeutet dies, dass man auf jeden Fall die getestete 68er Fuselage wählen sollte, diese bietet bereits gute Drehfreudigkeit. Die kürzeren Fuselage-Varianten (62/56 Zentimeter) dürften das Foil nochmals spürbar wendiger, aber auch anspruchsvoller zu fahren machen.

Auf ein Fenster muss man beim Sroka V3 Wing verzichtenFoto: Julian Wiemar
Auf ein Fenster muss man beim Sroka V3 Wing verzichten

Und der Wing? Auch der V3 Wing machte im Praxistest einen guten Eindruck. Er gehört mit seinem eher flachen Profil sicher nicht zu den absoluten Dampfhammern mit der besten Angleitpower, ist aber auch keinesfalls schlecht - vor allem, wenn man dem Wing etwas weniger Fülldruck als angegeben verpasst. 5,5 bis 6 Psi sind vor allem bei Leichtwind ausreichend, auch in den Händen schwerer Surfer (>85 Kilo) wirkt der Wing dann noch straff genug. In der Luft liegt der Sroka V3 ausgewogen und stabil in der Hand, die Griffe passen hinsichtlich ihrer Positionierung gut und erlauben ein Greifen mit gleicher Zugverteilung auf beiden Händen. In Manövern wie Wenden, Halsen und Foil-360s lässt sich der Wing gut dirigieren, das recht flache Profil bietet zudem erfreulich wenig Widerstand bei Manövern gegen den Wind. Auch erste Freestyle-Tricks klappen damit passabel, wer tiefer in die Freestyle-Trickkiste greifen will, findet auf dem Markt aber andere Wings mit noch leichterem Handling und kompakteren Maßen für schnellere Rotationen.

Foto: Julian Wiemar

Sroka Wingfoil-Set - das Fazit

Sroka bietet ein durchaus attraktives Set zu einem fairen Preis! Vor allem das Foil macht einen sehr guten und hochwertigen Eindruck und eignet sich als gutmütiger Freerider zum entspannten Cruisen, für Manöver und erste Ritte auf runden Dünungswellen. Dass das Board bezüglich der Ausstattung im Vergleich zu anderen Inflatables etwas abfällt, kann man angesichts des sehr günstigen Preises von unter 600 Euro aber verschmerzen. Der ebenfalls eher günstige V3 Wing deckt einen recht großen Einsatzbereich ab, hat keine wirklichen Schwächen und eignet sich damit als vollwertige Alternative zum Freeriden ebenso wie für Basic-Freestyle-Tricks und den Einsatz in kleiner Welle.