Aufblasbare Wingboards - Test und große Kaufberatung

Manuel Vogel

 · 11.12.2022

Aufblasbare Wingboards - Test und große Kaufberatung
Foto: Marius Gugg

Kleines Packmaß, große Performance -wir verraten dir, wann aufblasbare Wingboards Sinn machen und welche Bretter im Test die besten Eindrücke hinterlassen haben.

Boards zum aufblasen sind voll im Trend, das gilt für SUPs aber auch für Wingboards. Laut einer Umfrage unseres Magazins sind über 80 Prozent aller Wingfoiler*innen prinzipiell offen für “Inflatables”. 35 Prozent geben sogar an, ein aufblasbares Wingboard zu besitzen und für ein kleines Packmaß notfalls auch Einschränkungen bei der Performance in Kauf zu nehmen.

Wer erstmalig ein eigenes Wingboard kaufen möchte, steht aber erstmal vor der Frage: Fest oder aufblasbar - was macht mehr Sinn? Im Folgenden möchten wir dir etwas Hilfestellung an die Hand geben und die wesentlichen Vor- und Nachteile gegenüberstellen. Weiter unten gibt’s dann eine wachsende Anzahl detaillierter Testberichte zu aufblasbaren Wingboards auf dem Markt.

Aufblasbare Wingboards - grundlegende Infos & Kaufberatung

Die Vor- und Nachteile von aufblasbaren Wingboards ergeben sich aus der Konstruktion solcher Boards, die sich grundlegend von festen Brettern unterscheidet.

Schlagendes Argument: Das Packmaß

Das Hauptargument für Inflatables ist natürlich das kleinere Packmaß. Normale Hardboards sind, je nach Volumen, zwischen 1,30 und 1,90 Meter lang. Inflatables kommen in der Regel, und zwar unabhängig vom Volumen, mit knapp einem Meter Packmaß aus. Dass dieses nicht noch kleiner ausfallen kann, liegt daran, dass für die Montage des Foils eine feste Platte nötig ist - diese lässt sich natürlich nicht falten. Unterm Strich gilt: Bei größeren Wingboards fällt der Vorteil beim Packmaß gravierender aus als bei kleineren Modellen. Ein Beispiel: Ein typisches 140 Liter Hardboard hat eine Länge von knapp 190 Zentimetern und ist damit beim Transport fast 90 Zentimeter länger als aufblasbare Wingboards. Bei einem 90-Liter-Hardboard mit 150 Zentimeter Länge schmilzt der Vorteil beim Packmaß auf gerade mal 50 Zentimeter zusammen.

Zudem sollte man bedenken: Unterm Strich kann es genauso lange dauern, ein Hardboard vor der Fahrt ans Wasser auf dem Dachträger zu montieren, wie ein aufblasbares Wingboard am Spot aufzupumpen.

Das Fanatic Sky Air Wingboard im TestFoto: Marius Gugg
Das Fanatic Sky Air Wingboard im Test

Die Bauweise limitiert Shape & Performance

Bei festen Wingboards (”Hardboards”) bieten sich den Shapern schier grenzenlose Möglichkeiten. Der EPS-Kern im Inneren kann in nahezu jeglicher Form gestaltet werden, abschließend werden dann Lagen von Glasfaser, Holz und/oder Carbon aufgelegt und alles in einer Form “gebacken”. Egal ob voluminöse Hecks, konkav geformte Deckbereiche oder angeschrägte Kanten - quasi alles, was die Designer für sinnvoll halten, kann bei festen Brettern umgesetzt werden.

Das Unterwasserschiff bei Hardboards ist oft konkav, die Kanten angeschrägt. Das sorgt für weiches Einsetzen ins Wasser

Aufblasbare Wingboards sind bezüglich ihrer Shapes deutlich limitierter, da die Bauweise hier die Möglichkeiten bei der Formgebung stark einschränkt. Dies bringt gewisse Nachteile mit sich, wie ihr in der folgenden Bilderstrecke sehen könnt.

Bei Inflatables halten Fäden im Inneren Ober- und Unterseite zusammen

Bei den Inflatables werden Ober- und Unterseite durch Fäden im Inneren zusammengehalten (“Drop-Stitch”). Aus diesem Grund haben aufblasbare Wingboards allesamt runde Kanten, ein flaches Deck und ein maximal reduziertes Unterwasserschiff ohne Konkaven. Dies führt dazu, dass Inflatables im Schnitt nicht an die Performance von Hardboards herankommen. In der Angleitphase sorgen runde Kanten für höheren Fahrwiderstand. Auch beim ungewollten Absetzen auf der Wasseroberfläche sind aufblasbare Wingboards nicht so fehlerverzeihend wie Hardboards mit angeschrägten Kanten.

Aufblasbare Wingboards - die Vor- und Nachteile im Überblick

Kleineres Packmaß; teilweise etwas leichter; geringere Verletzungsgefahr bei Stürzen; weniger anfällig für Beschädigungen bei Stürzen; teilweise günstiger

Aufpumpzeit ca. 5 Minuten

In gleicher Volumensgröße kippliger; meist schlechtere Angleitperformance; höherer Widerstand bei Touchdowns; teilweise schlechtere Ausstattung (Tragegriff, Schlaufenplugs)

Aufblasbare Wingboards fühlen sich annähernd so steif an wie Hardboards - und taugen oft auch für SprüngeFoto: Marius Gugg
Aufblasbare Wingboards fühlen sich annähernd so steif an wie Hardboards - und taugen oft auch für Sprünge

Aufblasbare Wingboards - die passende Größe finden

Wie bereits beschrieben sind bei Inflatables die Kanten konstruktionsbedingt rund. Das führt dazu, dass ein aufblasbares Board fast immer deutlich kippliger ist, als ein festes Brett mit gleichem Volumen. Für den Kauf bedeutet das:

Wer von einem Hardboard auf ein Inflatable wechselt, sollte eine Größe mit mehr Volumen wählen!

Dabei darf das aufblasbare Board durchaus 20 bis 30 Liter mehr Volumen haben als dies bei einem Hardboard nötig wäre, um eine vergleichbare Kippstabilität zu erreichen.

Aufblasbare Wingboards im Test

Wie testen regelmäßig auch aufblasbare Konzepte und achten dabei sehr auf die Ausstattung. Denn gerade hier gibt’s deutliche Unterschiede, die sich am Ende in der Performance niederschlagen. Ein Beispiel: Es gibt Inflatables, die weder über einen Tragegriff noch über Fußschlaufenplugs verfügen, was Komfort und Einsatzbereich extrem einschränken kann. Andere aufblasbare Wingboards kommen mit vollwertigem Griff auf Unter- und Oberseite, integrierten Plugs für die Schlaufen und einer Gummikante am Heck, die den Fahrwiderstand beim Angleiten reduzieren kann. Damit können Einsatzbereich und Fahrspaß nahezu auf dem gleichen Niveau sein wie bei Hardboards der Fall.

Alles Weitere lest ihr im Test, die Boards sind alphabetisch sortiert.

Foto: Marius Gugg
Foto: Marius Gugg
Foto: Marius Gugg
Foto: Marius Gugg

Foto: Marius Gugg