Vayu VVingDie neue Version des Boom-Wings im Test

Manuel Vogel

 · 08.04.2022

Vayu VVing: Die neue Version des Boom-Wings im Test

Der Vayu VVing unterscheidet sich von anderen Wings vor allem durch sein pfiffiges Boom-System. Wir haben die Version 2 getestet und dabei einige Änderungen entdeckt.

An Land:

Der von uns getestete Vayu VVing 5,4 kann im Vergleich zum Vorgängermodell (HIER gibt’s den Test) mit einigen Änderungen aufwarten: Die Version 2 hat jetzt ein Fenster, was besonders an vollen Spots ein absolutes Sicherheits-Plus bedeutet. Neben den Größen 3,4/4,4/5,4 und 6,4 ist seit der Saison 2022 auch ein 7,4er für absolute Leichtwindtage oder schwere Fahrer verfügbar – alle Größen gibt’s in drei Farbcodes. Nach Aussage des Herstellers “wurde der Vayu VVing in punkto Materialmix und Profilverlauf modifiziert und beim Gewicht etwas abgespeckt.” Dieser angestrebte Gewichtsvorteil wurde offensichtlich durch das jetzt vorhandenen Fenster aufgezehrt (Fenstermaterial ist generell schwerer als Canopy), denn der VVing 5,4 wiegt jetzt 3,36 Kilo – ein relativ hoher Wert.

Verlagssonderveröffentlichung
Am Boom System des VVing lässt sich die Griffposition wunderbar variieren
Am Boom System des VVing lässt sich die Griffposition wunderbar variieren

Beibehalten wurde das pfiffige Boom-System – ein geteilter Boom sorgt dafür, dass die Mittelstrut einfach in der Mitte gefaltet werden kann – auf diese Weise wird ein recht kleines Packmaß erreicht, ohne, dass lose Teile montiert werden müssen. Aufgepumpt wird der Wing mit 7 Psi, aufgrund der straffen Grundstruktur empfehlen wir vor allem leichten Fahrern/Fahrerinnen unter 75 Kilo, den angegebenen Fülldruck etwa um 0,5 Psi zu unterschreiten – dadurch lässt sich der Wing vor allem bei Leichtwind noch besser und effizienter anpumpen. Wer möchte, kann den Aluminium-Boom gegen einen Carbon-Boom austauschen – das spart nach Aussage des Herstellers rund 150 Gramm Gewicht, die man an der Kasse mit 150 Euro Aufpreis bezahlt.

Die übrigen Ausstattungsdetails, wie z.B. die Abdeckungen der Nähte und die Leash, lassen keine Wünsche offen.

Auch den Vayu VVing stellen wir euch in einem kurzen Clip auf unserem YouTube-Kanal vor. Klickt mal rein und abonniert gerne unseren Channel.

Auf dem Wasser:

Auch die Version 2 des Vayu VVing hat eine recht gestreckte Form mit vergleichsweise großer Spannweite. Beim Anpumpen wirkt der Wing bereits recht straff und zeigt auch in den Händen schwerer Surfer (>90 Kilo) keinerlei Tendenz, sich zu verziehen oder schwammig zu wirken. Insgesamt gehört der Wing eindeutig zu den kraftvollen Vertretern – er lässt sich vorzüglich anpumpen und lädt sich nach dem Abheben regelrecht auf, wodurch man zügig auf ein hohes Speedniveau beschleunigen kann. Auch in Böen oder Windlöchern liegt der Vayu VVing wunderbar ausbalanciert in der Hand, der Druckpunkt bleibt stabil und auch weniger geübten Wingsurfern macht dieser Wing das Leben leicht, weil er so stabil angeströmt wird. Am Boom lässt sich die Griffposition millimetergenau variieren, wodurch man immer mit gleichmäßigem Zug auf beiden Händen unterwegs ist. Dass man hier im Manöver daneben greift, ist zudem so gut wie ausgeschlossen.

In Manövern lässt sich der Wing sehr präzise steuernFoto: Marius Gugg
In Manövern lässt sich der Wing sehr präzise steuern

Stichwort “Manöver”: Dass auch der neue Vayu VVing nicht zu den Leichtgewichten auf dem Markt gehört, lässt sich nicht bestreiten, allerdings dirigiert man ihn überaus präzise. Lässt man ihn in der Welle neutral hinterher driften, pendelt er sich ordentlich aus, sobald man allerdings Brandungs- oder Dünungswellen nach Lee abreitet, neigt die Hinterkante des Wings (”Trailing Edge”) aufgrund des höheren Gewichts des Booms doch früher dazu, abzusinken.

Zum Freeriden ein Genuss – der Vayu VVing
Zum Freeriden ein Genuss – der Vayu VVing

Vayu VVing – das Test-Fazit:

Der Vayu VVing hat einige Änderungen erfahren, dabei aber sein bekanntes Wesen behalten: Er gehört zu den kraftvollsten Wings und ist sehr einfach zu fahren – damit eignet er sich perfekt für Leichtwind und zum sportlichen Freeriden. Das etwas höhere Gewicht kann man bei typischen Foilmanövern wie Halsen, Wenden und Foil-360s gut ausblenden. Bei ambitionierten Freestyle-Tricks, Rotationen und in der Welle würde man sich den Wing dann aber doch etwas spielerischer wünschen.

Power, Kontrolle, sehr präzise in Manövern

Gewicht