Winterneos im TestDas sind die wärmsten Surfanzüge für Herren

Manuel Vogel

 · 16.01.2023

Winterneos im Test: Das sind die wärmsten Surfanzüge für HerrenFoto: Marius Gugg

Welche Winterneos bringen dich am besten durch die kalte Jahreszeit? Wir haben mehrere Modelle getestet und verraten dir, was wirklich wärmt.

Als Wintersurfer ist man längst kein Exot mehr. Immer mehr Wassersportler haben erkannt, dass man mit modernen Winterneos die Surfsaison gehörig ins Winterhalbjahr ausdehnen kann. Kann man mit einem Winterneo also einfach komplett durchsurfen? Das zu behaupten, wäre sicher falsch, denn die persönliche Schmerzgrenze wird von vielen Aspekten beeinflusst. Körperliche Fitness, die Art des Reviers und nicht zuletzt das persönliche Fahrlevel machen einen großen Unterschied. Wer die Hälfte der Session im Wasser liegt, wird Wassertemperaturen von fünf Grad schnell als ungemütlich empfinden. Wer hingegen routiniert sein Repertoire abspulen kann, kommt mit leichtem Schweißfilm auf der Stirn zurück an den Strand. Die im Test angegebenen “Komfortbereiche” der jeweiligen Winterneos sind daher eher eine grobe Orientierung, können aber helfen, die Neos untereinander zu vergleichen.

Winterneos - was wärmt wirklich?

Wir haben alle Neos mehrfach bei Bedingungen mit Wind zwischen 12 und 30 Knoten auf Nord- und Ostsee ausprobiert. Die Wassertemperaturen lagen während des Tests bei etwa vier Grad, die Lufttemperaturen schwankten zwischen null und zehn Grad. Die gute Nachricht: Mit modernen Winterneos sind Sessions rund um den Gefrierpunkt absolut möglich. Aber es gibt Unterschiede. Damit ein Neo wirklich warm ist, müssen mehrere Faktoren zusammenkommen:

Unterm Strich kostet ein Winterneo weniger als ein einziger Trip ins WarmeFoto: Bulgenslag
Unterm Strich kostet ein Winterneo weniger als ein einziger Trip ins Warme

Perfekte Passform:

Wenn der Neo zu groß ist und die kalte Brühe überall reinläuft, bringt dir auch der beste Neo nichts. Winterneos sollten deshalb stramm sitzen und keine/kaum Falten werfen. Beim Kauf sollte man zudem im Hinterkopf haben, dass sich Neoprenanzüge mit der Zeit etwas weiten. Markenübergreifend gibt es durchaus Unterschiede bei den Größen. Wir haben für unseren Test alle Neos auf Basis der Größenempfehlung der jeweiligen Marken bestellt – so, wie jeder Kunde eines Online-Shops auch vorgehen würde. Eines vorweg: Man hat nicht die „eine“ Größe. Unser 1,91 Meter großer und 90 Kilo schwerer Redakteur hatte mal Zwischengröße LT, mal Größe XL. Ideal ist es deshalb, die Neos vor dem Kauf im Shop anzuprobieren. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der kann sich aber auf die Größentabellen der Hersteller weitgehend verlassen.

340 bis 650 Euro sind kein Pappenstiel, aber deutlich günstiger als ein Trip ins Warme

Neoprendicke & Fütterung

Winterneos bieten in der Regel sechs Millimeter Neoprenstärke am Rumpf, an den Armen und Beinen dann vier bis fünf Millimeter. Wie dick das verwendete Neopren ist, lässt sich in der Regel auch über die Modellbezeichnung des Neos feststellen. Kürzel wie 6/4 weisen dann auf sechs Millimeter Neoprenstärke am Körper und vier Millimeter an den Extremitäten hin. Allerdings sagt dies noch nichts darüber aus, wie großflächig dickes und damit warmes Neopren letztlich verbaut wird.

Dass nicht noch dickeres Neopren nötig ist, liegt am Innenleben moderner Winterneos. Die Premiummodelle bieten weit mehr als schnödes Gummi. Besondere Beschichtungen und kuscheliges Plüsch erhöhen hier nicht nur den Tragekomfort, sondern schließen auch Luft ein und legen damit ein warmes Luftpolster über die Haut. Positiver Nebeneffekt ist oft ein deutlich schnelleres Trocknen zwischen den Sessions. Weil solche Materialien aber teuer sind, werden diese nicht von allen Marken großflächig verbaut. In den Einzelbeschreibungen lest ihr, wer kleckert und wer klotzt.

Hochwertige Fütterungen halten die Körperwärme bestmöglich. Versiegelte oder wasserdicht verklebte Nähte verhindern, dass kaltes Wasser eindringtFoto: Oliver Maier
Hochwertige Fütterungen halten die Körperwärme bestmöglich. Versiegelte oder wasserdicht verklebte Nähte verhindern, dass kaltes Wasser eindringt

Abschlüsse & Nähte

Auch die Qualität der Nähte und Abschlüsse hat Einfluss darauf, wie warm ein Neo am Ende ist. Die gute Nachricht: Bei keinem getesteten Anzug läuft Wasser durch die Nähte. Wie lange diese dicht bleiben, hängt auch von der Behandlung des Neos ab: Wer mit etwas Vorsicht beim An- und Ausziehen zu Werke geht und nicht zu sehr zerrt, schont die Nähte und kann seinen Winterneo in der Regel mehrere Saisons benutzen.

Vor allem am Kragen kann Wasser eindringen, wenn dieser zu weit geschnitten ist | tFoto: Oliver Maier
Vor allem am Kragen kann Wasser eindringen, wenn dieser zu weit geschnitten ist | t

Spürbare Unterschiede stellt man bei den getesteten Winterneos vor allem bei der Gestaltung des Kragens fest. Hier gilt: Je größer und dehnbarer dieser ist, desto besser ist der Komfort beim An- und Ausziehen. Allerdings fällt dann auch die Überlappung mit der Haube naturgemäß geringer aus und bei Stürzen oder Waschgängen dringt schneller mal ein Schwall Wasser ein -das gibt dann umgekehrt Abzüge in der Bewertung der Wärmeisolierung. Alle Winterneos haben eine integrierte Haube, diese ist also fest verbunden mit dem Anzug. Das ist auch der Grund, warum der Komfortbereich bei 12 Grad endet - dann wird es endgültig zu warm.

Im Folgenden stellen wir euch die getesteten Winterneos in ausführlichen Berichten vor. Klickt euch durch!

Die Winterneos im Test

GunSails Force FZ Semidry Hood 6/5Foto: Oliver Maier
GunSails Force FZ Semidry Hood 6/5
ION Seek Amp FZ 6/5Foto: Oliver Maier
ION Seek Amp FZ 6/5
O’Neill Pyscho Tech 6/4Foto: Oliver Maier
O’Neill Pyscho Tech 6/4
ProLimit Mercury Hooded 6/4Foto: Oliver Maier
ProLimit Mercury Hooded 6/4
RRD Fahrenheit Hooded 6/4Foto: Marius Gugg
RRD Fahrenheit Hooded 6/4
Soöruz Guru+ Chest Zip HoodFoto: Oliver Maier
Soöruz Guru+ Chest Zip Hood
XCEL Drylock 5/4 HoodedFoto: Oliver Maier
XCEL Drylock 5/4 Hooded

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