Der KT Wing Air im Test - kraftvoller und kompakter Allrounder?

Manuel Vogel

 · 30.05.2022

Der KT Wing Air im Test - kraftvoller und kompakter Allrounder?

Der KT Wing Air geht als Allrounder für Freeride, Tricks und Welle ins Rennen. Unser Test verrät dir, ob der Wing seinem Allroundanspruch gerecht wird.

Hinter KT Surfing steht mit Keith Teboul einer der renommiertesten Shaper aus der Windsurf-Industrie. Die Wing-Desings werden allerdings federführend von Jason Diffin umgesetzt, der sich als Segeldesigner ebenfalls einen Namen im Windsurf-Business machen konnte.

An Land:

Der KT Wing Air wird in den Größen 2,0/2,5/3,0/3,5/4,0/5,0 und 6,0qm2 sowie in zwei Farbvarianten angeboten. Unsere Testgröße 5,0 wies mit 318 Zentimetern eine vergleichsweise geringe Spannweite im Verhältnis zur Fläche auf. Die Mittelstrut fällt mit 215 Zentimetern beim Wing Air hingegen recht lang aus. Auffällig sind auch die dicken Durchmesser von Front Tube und Mittelstrut sowie ein durchweg robust und dick wirkendes Canopy-Material - was auch das mit gemessenen 2,80 Kilo etwas höhere Gewicht erklärt. Beim Aufpumpen nutzt man zwei Ventile, muss also einmal umstöpseln. Dafür geht das Entlüften sehr zügig. Besonders ist in jedem Fall das Griffsystem, welches extrem lange aber stramm angenähte Handles aufweist. Dadurch lässt sich die seitliche Griffposition perfekt variieren, allerdings muss man in Manövern schon genauer Greifen, um den Griff nicht zu verfehlen oder versehentlich eine der Transferhandels zu erwischen. Die Abdeckungen der Nähte und Wingtips wirken grundsolide, womit der Wing auch eine Skate-Session problemlos überstehen dürfte.

Verlagssonderveröffentlichung

Auch den KT Wing Air stellen wir dir wieder in einem kurzen Clip auf unserem YouTube-Kanal vor. Klickt mal rein!

Auf dem Wasser:

Beim ersten Anpumpen liegt der KT Wing Air ausgewogen in der Hand und profitiert von seiner kompakten Spannweite, die ein lästiges Schleifen der Flügelspitzen im Wasser weitgehend verhindert. Der Wing wirkt dabei schön steif und hat auch in den Händen schwerer Surfer (>85 Kilo) keinerlei Tendenz, weich oder schwammig zu wirken - im Gegenteil. Bei Wind am unteren Limit darf man den empfohlenen Fülldruck auch gut um ein Psi reduzieren, dann lädt sich der KT Wing Air noch besser auf. In jedem Fall vermittelt der Wing viel Power und liefert nach dem Abheben viel Grundzug und eine stabile Anströmung. Damit macht er es auch weniger geübten Wingern leicht, den passenden Anstellwinkel und eine stabile Fluglage zu finden.

Die Handles sind beim KT Wing Air stramm angenäht und bieten einen direkten KontaktFoto: Marius Gugg
Die Handles sind beim KT Wing Air stramm angenäht und bieten einen direkten Kontakt

Dass der Wing Air nicht zu den maximal spielerischen Wings auf dem Markt gehört, ist die andere Seite der Medaille, ein Gefühl, welches sich auch in Manövern bestätigt. Hier rotiert der kompakte Wing zwar flott, foilt man mit dem Wind oder reitet Wellen nach Lee ab, macht sich allerdings das kleine Mehrgewicht an der langen Mittelstrut bemerkbar, was die Hinterkante des Wings früher in Richtung Wasser absinken lässt. Das Speedpotential fällt - wohl aufgrund des tiefen Profils - eher gemäßigt aus.

KT Wing Air - das Fazit:

Der Wing Air überzeugt mit grundsolider Ausstattung, viel Power und einer stabilen Fluglage vor allem zum Freeriden und aufgrund seines neutralen Flugverhaltens auch beim Driften auf der Welle. Das tiefe Profil drosselt den Speed auf der Geraden und bei Manövern gegen den Wind etwas, Freestyler, die mit schnellen High-Aspect-Foils Gas geben wollen, finden hier bei anderen Wings mehr Potential.

Ausstattung, Gleitpower, Neutrales Driften

Speedpotential

Kein Fenster