Test: GA Poison WingFoto: Manuel Vogel

ProdukteTest: GA Poison Wing

Manuel Vogel 

24.6.2021, Lesezeit: 3 Minuten

Das Modell Poison soll bei Hersteller GA die Ergänzung zum Allrounder Cross sein und, dank reduzierter Ausstattung und geringerem Gewicht, vor allem Wingsurfer ansprechen, die einen leichten und neutralen Wing für die Welle suchen. Ob dieser Plan aufgeht, haben wir getestet.

An Land:

Bezüglich Outline und Profilverlauf ist der GA Poison Wing mit dem bereits getesteten GA Cross (zum Testbericht) identisch. Mit 3,32 Meter Spannweite gehört auch dieser Wing weder zu den extrem kompakten noch besonders gestreckten Vertretern. Neben der Testgröße mit 5,2qm ist der GA Poison noch in den Größen 2,8/3,5/4,2/6,2 und als großer 7,2er erhältlich. Ein markanter Unterschied zum Brudermodell Cross ist das Gewicht – mit nur 2,18 Kilo gehört der Poison zu den leichtesten Wings auf dem Markt. Erreicht wird dieses durch eine reduzierte Ausstattung: Die Wingtips sind zwar gut mit Patches gegen Abrieb geschützt, an der Front Tube wurden jedoch die kleinen Nahtabdeckungen weggelassen und auch auf Transferhandles und das PVC-Fenster wurde verzichtet. Vor allem an vollen Spots und in den Händen von Einsteigern ist das fehlende Fenster durchaus ein Manko. Die Verbindung von Front Tube und Mittelstrut erfolgt über einen recht dünnen Schlauch, wodurch das Entlüften etwas länger dauert als bei manch anderem Wing. Warum GA-Sails allerdings darauf verzichtet, die Angabe des Fülldrucks auf den Wing oder zumindest auf die Tasche zu drucken, bleibt das Geheimnis des Herstellers.

Die wichtigsten Features des GA Poison seht ihr wie immer im Produktvideo:

Auf dem Wasser:

Das geringe Gewicht macht erstmal gute Laune, der Poison lässt sich federleicht hantieren, drehen und liegt beim ersten Anfahren gut in der Hand. Beim Anpumpen profitiert man von einer guten Mischung aus Elastizität und Struktursteifigkeit, was es einem ermöglicht, Böen gut umzusetzen, ohne dass der Wing in den Händen schwerer Fahrer zu schwammig wirkt. Die Handles wirken, wie auch beim GA Cross, recht weich, was wir, zumindest bei langen Sessions, nicht als ideal empfanden. Im Gegensatz zum Cross muss der Poison mit weniger Handles auskommen. Das wäre an sich kein Problem, leider passen aus unserer Sicht die Griffpositionen nicht ideal, weshalb man in bestimmten Windbereichen eine etwas ungleiche Zugverteilung auf den Armen verspürt. Schade ist dies insofern, weil der GA Poison eigentlich extrem leicht und handlich wirkt und damit durchaus das Potential bieten könnte, kraftsparend und spielerisch seine Bahnen zu ziehen.

Der GA Poison hat kein FensterFoto: Manuel Vogel
Der GA Poison hat kein Fenster
Der GA Poison hat kein FensterFoto: Manuel Vogel
Der GA Poison hat kein Fenster

Die absolute Stärke des Wings zeigt sich in Manövern, hier kann der Poison sein geringes Gewicht voll zur Geltung bringen. Sowohl in “normalen” Manövern wie Wenden und Halsen liegt der Wing federleicht in der Hand, aber auch bei Sprüngen und Freestyle-Tricks ist der Wing über jeden Zweifel erhaben. Ebenfalls top ist die Neutralität beim Driften: Wer sich auf eine kleine Dünungswelle setzt, kann den Wing wunderbar neutral stellen und quasi ohne spürbares Eigenleben hinterher fliegen lassen. Auch der Cross war diesbezüglich schon gut, der Poison setzt aber für den Wave-Einsatz nochmal einen drauf.

Fazit:

Wer einen ausgewogenen Wing für frühes Abheben, entspanntes Cruisen und zum Tricksen sucht, findet in Form des GA Cross den besseren Allrounder. Beim Poison ist der Einsatzbereich für Anfänger und Freerider aufgrund des fehlenden Fensters und suboptimaler Handles etwas eingeschränkt, dafür setzt der Wing bei Manöverhandling und Neutralität auf der Welle die Messlatte sehr hoch.

Handling & Neutralität

Komfort der Griffe; Entlüften dauert recht lange

Kein Fenster; Position der Handles