Der Slingshot Slingwing V3 im TestFoto: Marius Gugg

ProdukteDer Slingshot Slingwing V3 im Test

Manuel Vogel 

3.8.2021, Lesezeit: 4 Minuten

Mit dem Slingwing V3 bringt Hersteller Slingshot ein komplett überarbeitetes Update seines Wings auf den Markt, das vor allem bei Handling und Neutralität punkten soll. Wir haben den Wing getestet und verraten euch, ob die Neuerungen greifen.

An Land:

In jetzt acht Größen (2,5 bis 7,5qm; 719 bis 1049 Euro), verschiedenen Farbkombinationen und mit markanten Designänderungen schickt US-Hersteller Slingshot bereits die dritte Version des Slingwing ins Rennen um die Gunst der Wingsurfer*innen. Wirkte der V2 im Test vor allem in den Händen schwerer Fahrer mitunter etwas weich, soll der Nachfolger nun deutlich straffer sein. Möglich machen sollen dies eine dickere Front Tube und Mittelstrut sowie eine veränderte Druckempfehlung – der V3 wird mit satten zehn psi aufgepumpt. Im vorderen Bereich des Profils soll eine integrierte Minibatten dem Profil mehr Spannung verleihen. Bewahrt hat sich der Wing sein sehr niedriges Gewicht, mit nur 2,45 Kilo gehört der Slingwing V3 zu den leichtesten Wings auf dem Markt. Auch der V3 kommt ohne Fenster aus, die nicht vorhandene Durchsicht schlägt sich auf der Waage und auch beim Packmaß des Wings allerdings positiv nieder. Komplett überarbeitet wurden auch die Handles: Statt der recht schmalen Griffe des V2 bietet der Nachfolger jetzt breite Schlaufen, die unabhängig von Körpergröße und Fahrertyp viel seitlichen Spielraum erlauben und dafür sorgen, dass man immer eine Position mit perfekter Zugverteilung einnehmen kann. Anders als z.B. bei Ensis oder Takuma, die auf vergleichbare Griffsysteme setzen, wurden die Handles bei Slingshot allerdings etwas weiter angenäht. Vorteil: Man trifft die Handles beim Umgreifen leichter. Nachteil: Bei stärkerem Wind ist der Kontakt zum Wing nicht ganz so direkt – aber dazu später mehr.

Mit Leichtigkeit durch alle Tricks – das ist der Slingshot Slingwing V3Foto: Marius Gugg
Mit Leichtigkeit durch alle Tricks – das ist der Slingshot Slingwing V3
Mit Leichtigkeit durch alle Tricks – das ist der Slingshot Slingwing V3Foto: Marius Gugg
Mit Leichtigkeit durch alle Tricks – das ist der Slingshot Slingwing V3

Das Entlüften geht dank eines zusätzlichen Ventils an der Mittelstrut überaus schnell vonstatten und auch die Verstärkungen an den Griffen sowie den Wingtips wirken über jeden Zweifel erhaben. Die mitgelieferte Handleash ist zwar lang genug, war bei unserem Testwing aber mit einem zu kurzen Klettband ausgestattet. Slingshot hat versichert, dass die Wings ab sofort mit einer neuen Leash ausgeliefert werden – am besten vor dem Kauf einmal kurz checken!

Wie immer gibt’s auch zu diesem Wing einen Clip auf unserem YouTube-Kanal. Klickt mal rein!

Auf dem Wasser:

Die Änderungen im Vergleich zum Vorgängermodell machen sich sofort bemerkbar. Vor allem beim Anpumpen wirkt der Slingwing V3 spürbar straffer und hat auch in den Händen von schweren Wingsurfern (>90 Kilo) keinerlei Tendenz, schwammig zu wirken. Leichte Fahrer können den Fülldruck sogar etwas reduzieren (8,5 bis 9 psi) und werden bei Leichtwind dann mit etwas mehr Effizienz beim Anpumpen belohnt. Wer nur an Deck steht und darauf wartet, endlich abzuheben, muss dies beim Slingwing V3 etwas länger tun als bei den auf rohe Power optimierten Wings auf dem Markt. Trotzdem ist die Leistung überzeugend und wer, wie üblich, mit aktiver Pumparbeit abhebt, bekommt mit dem Slingshot einen Wing, der sich hervorragend auflädt, somit früh anpumpen lässt und danach mit erfreulich geringen Haltekräften in der Hand liegt. Die Windrange hat sich im Vergleich zum Vorgänger unserer Meinung nach ebenfalls spürbar verbessert, auch in starken Böen bleibt der Wing sehr form- und druckpunktstabil, ohne seine leichtes Handling einzubüßen. Das überragende Handling des V2 hat sich auch dieser Wing glücklicherweise bewahrt, in Manövern kann man ihn gefühlt mit zwei Fingern dirigieren und dank der breiten Handles trifft man diese jetzt auch verlässlicher. Nur bei viel Wind würde man sich in Manövern die Verbindung zum Wing beinahe etwas direkter wünschen, als es die eher weit angenähten Handles bieten können.

Slingshot Slingwing V3Foto: Marius Gugg
Slingshot Slingwing V3
Slingshot Slingwing V3Foto: Marius Gugg
Slingshot Slingwing V3

Aufgrund der recht kompakten Spannweite von 337 Zentimetern hat man mit dem Wing beim Anpumpen und als kleine/r Fahrer*in genügend Bodenfreiheit. Die relativ kompakten Maße in Verbindung mit dem federleichten Handling und guter Neutralität sind auch der Grund, dass der Slingshot Slingwing V3 nicht nur eine Macht bei Sprüngen und Freestyletricks ist, sondern sich obendrein auf der Welle erfreulich zurücknimmt, wenn man ihn einfach nur hinterherfliegen lassen möchte.

Fazit:

Der Slingshot Slingwing V3 setzt im Vergleich zum Vorgängermodell V2 nochmal einen drauf und zeigt sich bei Kontrolle und Struktursteifigkeit verbessert. Damit eignet sich der Wing sowohl für Trickser, Wavesurfer als auch – die fehlende Durchsicht mal außen vor – für Freerider.

Handling, Allroundeigenschaften, Features

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