Das Wingboard “Slingshot Wing Craft” im TestFoto: Klaus Twilling

ProdukteDas Wingboard “Slingshot Wing Craft” im Test

Manuel Vogel 

6.7.2021, Lesezeit: 3 Minuten

US-Hersteller Slingshot bietet das Wingboard Wing Craft in vier Größen an. Im Test überzeugte das Konzept als kippstabiles, kompaktes und früh angleitendes Brett für eine große Wingfoil-Zielgruppe.

An Land:

Das Modell Wing Craft ist, im Gegensatz zum Brudermodell “Shred Sled” als reines Wingsurfboard konzipiert und wird in vier Größen mit 60/75/90 und 120 Litern angeboten. Die von uns getestete Größe mit 90 Litern bringt es auf 7,45 Kilo Gewicht, ein eher durchschnittlicher Wert, der mit einer Sandwich-Bauweise samt Holzverstärkungen im Deck erreicht wird. Zum Lieferumfang gehören bequeme Schlaufen, die sich, dank multipler Plugpositionen, in mehreren Setups montieren lassen – entweder mit diagonaler Schlaufe vorne oder im Dreischlaufen-Setup. Das Deck haben die Designer vergleichsweise flach und breit designt, das Unterwasserschiff des Wingboards fällt aufgrund der stark angeschrägten Kanten (”Bevels”) deutlich schmaler aus – das soll die benetzte Fläche in der Anfahrphase reduzieren und verhindern, dass das Brett zu sehr klebt. Hinter der Doppelschiene ist das Heck – wie bei vielen anderen Wingboards ebenfalls der Fall – angeschrägt, was das Anpumpen übers Foil erleichtern soll. Das Unterwasserschiff haben die Designer recht flach gestaltet, an Heck und Rails sollen harte Kanten für einen sauberen Wasserabriss sorgen. Mit 1239 Euro (90/120 l) bzw. 1199 Euro für die kleineren Größen mit 60 und 75 Litern liegt das Slingshot Wing Craft in einem attraktiven Preissegement.

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Auf dem Wasser:

Das Konzept mit breitem Deck und schmalerem Unterwasserschiff geht beim ersten Starten komplett auf – wie ein Keil liegt der Wing Craft im Wasser und vermittelt ein hohes Maß an Kippstabilität. Das großflächige Deckpad wirkt komfortabel und rutschfest, beim Anfahren kommt das Wingboard erfreulich gut auf Touren. Wer nur passiv an Deck steht, kommt schnell in einen Geschwindigkeitsbereich, der zum gemächlichen Abheben ausreicht, der breite Bug setzt dabei erstaunlich wenig ins Wasser ein und “hovert” angenehm über die Chops.

Slingshot Wing Craft V1Foto: Klaus Twilling
Slingshot Wing Craft V1
Slingshot Wing Craft V1Foto: Klaus Twilling
Slingshot Wing Craft V1

Wer mit Einsatz und Technik aktiv anpumpen kann, kommt mit dem Boards rekordverdächtig früh auf Touren – ein klebendes Fahrgefühl bzw. Fahrwiderstand des Shapes ist glücklicherweise kein Thema und die Heckkonstruktion erlaubt es jederzeit, das Foil aktiv zu pumpen. Bug- und Kantenform sorgen bei kabbeligen Bedingungen dafür, dass das Wingboard beim Einsetzen kaum Widerstand bietet und sanft und ohne groß abzubremsen wieder abhebt – vor allem für Einsteiger ist das ein schlagendes Argument. Bei so viel “Easy going” stellt sich unweigerlich die Frage: Ist der Wing Craft also eher ein gemütliches Brett für Einsteiger? Auch – aber längst nicht nur! Denn auch wenn der Shape nicht zu den allerleichtesten gehört, lässt er sich doch problemlos in die Luft befördern und wirkt bei Rotationen und Freestyletricks überaus kompakt.

Flaches Deck, großes Pad – auf dem Slingshot Wing Craft ist kaum Eingewöhnungszeit nötigFoto: Klaus Twilling
Flaches Deck, großes Pad – auf dem Slingshot Wing Craft ist kaum Eingewöhnungszeit nötig
Flaches Deck, großes Pad – auf dem Slingshot Wing Craft ist kaum Eingewöhnungszeit nötigFoto: Klaus Twilling
Flaches Deck, großes Pad – auf dem Slingshot Wing Craft ist kaum Eingewöhnungszeit nötig

Fazit:

Der Slingshot Wing Craft entpuppt sich als perfekter Allrounder: Kippstabil zum Starten, stark beim Angleiten, komfortabel zu kontrollieren und mit genug Potential für Sprünge und Tricks. Der großartigen Kippstabilität ist es zu verdanken, dass man dieses Brett im Zweifel sogar eine Nummer kleiner fahren kann als andere Konzepte.

Kippstabilität, Komfort, Angleiten, Einsatzbereich

Wirkt etwas größer