PorträtDie erste Wingfoil-Schule in Südafrika

Tobias Frauen

 · 14.10.2022

Porträt: Die erste Wingfoil-Schule in SüdafrikaFoto: Ensis
Wingfoilen lernen vor dem Tafelberg in Kapstadt

Wilfried Christl war eigentlich bereits pensioniert. Doch dann packte ihn das Wingen so sehr, dass er in Südafrika Pionierarbeit in Sachen Wing-Schulung leistete.

Das Kap der guten Hoffnung hat Wilfried Christl gepackt. Zunächst kam der Österreicher als Windsurfer hierher, später stieg er dann aufs Kiten um. Wilfried, inzwischen pensioniert, hatte sich darauf eingestellt, dass er in seinem Leben keine neue Brettsportart mehr lernt–bis er im August 2019 nach einem Downwinder mit seinem Directional auf dem Rietvlei so seltsame Schmetterlinge auf dem Wasser sieht. Die ersten Wingfoiler Afrikas: Ivan van Vuuren und sein Sohn Nathan, beide absolute Watermen. Wilfried war fasziniert von diesen Wings und Foils, und er wusste: Das ist es.

Verlagssonderveröffentlichung

In vier Monaten von der Idee zum ersten Wingfoil Schüler

Wilfried fuhr nach Österreich, deckte sich ein mit Material, und kam mit Duotone Wings und Moses Foils zurück nach Südafrika. Noch bevor er 2019 Weihnachten feierte, eröffnete er sein “Flamingo Wingfoil Center” im Milnerton Acquatic Club am Rietvlei See in Kapstadt. Dort konnte er sein Material lagern und die Infrastruktur sowie das Club-Boot nutzen. Kaum war das Logo kreiert und die Flyer verteilt, begrüßte er auch schon den ersten Wingfoil-Schüler.

Für die Schulung hatte Wilfried eine Spezialtechnik erdacht. Sein Plan war, die Skills auf dem Board isoliert per Motorbootschulung durchzuführen. Für Newcomer ist der erste Schritt, auf einem Board mit Foil anzufahren, schon anspruchsvoll genug, so seine Überlegung. Hinter dem Boot kann dann erstmal Gespür für das Foil entwickelt werden.

Der Rietvlei-See bietet optimale Schulungs-Bedingungen

Das Handling mit dem Wing vermittelt Wilfried dann, ebenfalls isoliert, auf einem Windsurfbrett-Simulator. Erst dann kommt der Schritt, mit dem Wing aufs Foil-Board zu steigen. Dabei sind Lehrer und Schüller immer per Helm-Funk verbunden.

Die bisherige Bilanz: über 300 Schülerinnen und Schüler. Kein einziger Unfall. Viele Junge. Viele Frauen. Viel Freude. Viel Promis, darunter auch Aaron Hadlow und Nik Jacobsen.

Neues Material aus einer Hand

“Ich bin eigentlich schon pensioniert. Die Wingfoil-Schule mache ich aus Freude”, sagt Wilfried. “Umso wichtiger ist mir die Sicherheit, und dass man sich 100% aufs Material verlassen kann.” Inzwischen ist sein Center komplett mit Ensis ausgestattet - das gleiche Equipment, was auch Balz Müller nutzt. Wilfried kaufte zunächst einige Wings in verschiedenen Grössen, inzwischen sind auch Boards und Foils der Schweizer Marke vor Ort verfügbar. Den Fokus legte er auf den Ensis Twist, der in den Grössen 95l, 125l, 145l verfügbar ist und sich perfekt für Einsteiger eignet. Dazu sind passende Ensis Pacer Foil Sets vorhanden.