Michi Rossmeier – der Herr der Tricks

PeopleMichi Rossmeier – der Herr der Tricks

Manuel Vogel 

15.8.2021, Lesezeit: 4 Minuten

Michi Rossmeier ist ein Wassersport-Multitalent und Herausgeber der bekannten Tricktionary-Bücher, den inoffiziellen Trick-Bibeln. In diesem Sommer wird es auch ein Wing-Tricktionary geben. Grund genug, um Michi Rossmeier zum Interview zu bitten.

Michi, du stammst aus Österreich, bist aber meist in der Weltgeschichte unterwegs. Wo erwischen wir dich gerade?

Das Weltenbummeln ist seit dem Schulbeginn meiner Kinder auch etwas weniger geworden. Wir leben den Winter über in Tarifa, die Sommerferien verbringen wir am Gardasee. Das Wetter hier am See war in diesem Jahr auch etwas durcheinander, aber seit es Wingsurfen gibt, gibt’s ja kaum noch unbrauchbare Bedingungen.

Michi Rossmeier
Michi Rossmeier
Michi Rossmeier
Michi Rossmeier

Du hast vor vielen Jahren mit dem “Tricktionary” ein erstes Buch über Windsurf-Moves an den Start gebracht, weitere Ausgaben folgten. Jetzt soll es auch bald ein Wing-Tricktionary geben. Was können wir davon erwarten?

Bevor es Wingen gab, habe ich drei Ausgaben des Windsurf-Tricktionary produziert, welches am Ende in fünf Sprachen erschienen und auf Bibel-Format angewachsen ist. Als ich damals damit angefangen habe, dachte ich natürlich “ich weiß alles”. Mit der Zeit merkt man dann, dass man natürlich nicht alles weiß (lacht). Aus diesem Grund hole ich mir für meine Manöverbücher mittlerweile professionelle Unterstützung von internationalen Coaches dazu. Beim Wingsurfen ist es aktuell so, dass es noch gar nicht so viele Coaches mit Erfahrung gibt, der Sport ist ja noch sehr jung. Ich war zum Glück von Anfang an dabei und versuche im Wing-Tricktionary einen guten Überblick über alle Facetten des Sports zu geben – von den Basics bis hin zu Freestyletricks und dem Wingfoilen in der Welle. Es wird bestimmte Fokus-Kapitel geben, die sehr detailliert ausgebreitet werden. Aktuell bin ich bei 300 Seiten, Tendenz steigend (lacht).

Der Sport entwickelt sich wie im Zeitraffer. Die Jungs hauen täglich neue Trick-Kreationen raus

Woher bekommst du den ganzen Content für dein Tricktionary? Machst du alles selbst?

Ich mache fast alles selbst und habe bereits viele Manöversequenzen im Kasten. Das Problem momentan ist eher, dass es ziemlich schwer ist, mit der Evolution des Sports Schritt zu halten. Leute wie Balz Müller hauen ja quasi täglich einen neuen Move raus. Zu Beginn wollte ich Wingsurfen als Teil meines SUP-Tricktionary auf den Markt bringen. Aber der Gedanke war kaum gefasst, da wurde schon deutlich, dass es ein isoliertes Projekt werden muss.

Michi Rossmeier
Michi Rossmeier
Michi Rossmeier
Michi Rossmeier

Wird durch die rasende Entwicklung des Wingfoilens ein Printprodukt nicht automatisch links überholt?

Ich versuche so viele Moves wie möglich abzudecken, aber natürlich kann so ein Buch nie vollständig sein. Andererseits ist gerade jetzt der Informationsbedarf natürlich riesig und ich denke, dass mein Tricktionary einen Großteil der Basic- und Expertenmoves abdecken wird und somit vielen Wingsurfern helfen kann.

Hast du Sponsoren, die dein Projekt unterstützen?

Meine Sponsoren, Fanatic und Duotone, stehen seit Jahren hinter all meinen Projekten, wofür ich natürlich sehr dankbar bin und unterstützen auch das Wing Tricktionary. Ich versuche aber im Buch immer eine möglichst große Bandbreite an Fahrern, Manövern und Styles abzubilden. Die Texte zu den meisten Inhalten schreibe ich selbst, die Fotos produziere ich ebenfalls überwiegend. Natürlich habe ich Hilfe bei Grafik, Layout und den Übersetzungen in andere Sprachen.

Wann wird es das Tricktionary zu kaufen geben?

Ich hoffe, dass es nicht mehr allzu lange dauert. Jetzt wäre natürlich der perfekte Zeitpunkt, aber am Ende muss der Inhalt qualitativ gut sein.

Hat (fast) alle Tricks auch selber drauf – Michi Rossmeier
Hat (fast) alle Tricks auch selber drauf – Michi Rossmeier
Hat (fast) alle Tricks auch selber drauf – Michi Rossmeier
Hat (fast) alle Tricks auch selber drauf – Michi Rossmeier

Als jemand der alle Wassersportarten macht – wie hat Wingsurfen deinen Wassersportalltag verändert?

Ich habe das Glück, dass ich am Wasser lebe und mir aussuchen kann, was ich gerade mache. Beruf und Leidenschaft sind bei mir eines. Generell mache ich das, was die Bedingungen hergeben. Mein Auto ist immer voll mit Windsurf-Stuff, Kites, Wings und Surfboards. Ich entscheide mich einfach für den Sport, der mir bei den entsprechenden Bedingungen den meisten Spaß verspricht. Diese Freiheit ist für mich der wahre Luxus im Leben!

Danke Michi für das Gespräch! Sobald das Wing-Tricktionary fertig ist, lassen wir es euch wissen. Weitere Infos gibt’s auch auf der Website.