Wingsurf-Verbot in Sachsen - droht jetzt der Flächenbrand?

Manuel Vogel

 · 01.09.2021

Wingsurf-Verbot in Sachsen - droht jetzt der Flächenbrand?Foto: Marius Gugg

Als erstes Bundesland hat Sachsen ein Wingsurf-Verbot ausgesprochen. Was dahinter steckt und warum jetzt die Gefahr besteht, dass andere Bundesländer nachziehen, erfahrt ihr hier.

Auch in Sachsen gibt es längst eine aktive Wingsurf-Szene. Auf gefluteten Tagebauflächen, dem Leipziger Neuseenland, sind hier in den letzten Jahrzehnten wahre Wassersportparadiese entstanden - Spots wie der Cospudener See oder der Geierswalder See sind längst überregional bekannt.

Umso bitterer ist die Entscheidung der Landesdirektion, das Wingsurfen in Sachsen zu verbieten. Begründung: Nach § 7, Abs. 3 der Sächsischen Schifffahrtsverordnung wird Wingsurfen der Nutzung von Kites gleichgestellt und damit als "gefahrgeneigte Sportart" eingestuft. Dies bedeutet aktuell, dass Wingsurfen nur noch an einigen wenigen ausgewiesenen Orten möglich ist, viele Top-Spots wie der Cospudener See aber vom Verbot betroffen sind.

Das Verbot haben bereits einige Wingsurfer zu spüren bekommen, es wurden Leute von der Polizei vom Wasser geholt und Bußgeldbescheide erteilt.

Grundproblem beim nun ausgesprochenen Wingsurf-Verbot ist eine bislang fehlende Einordnung der Sportart Wingsurfen. Optisch erinnern die genutzten Wings Außenstehende zunächst mehr an Kites, weniger an Windsurfsegel - eine Verknüpfung, die aber auch Organisationen wie der Verband Deutscher Wassersport Schulen (VDWS) und der Segler-Verband Sachsen e.V. für nicht angemessen halten. Schließlich entfallen beim Wingen die langen Leinen, der handgehaltene Wing ist direkt mit dem Sportler bzw. der Sportlerin verbunden und kann in Gefahrensituationen jederzeit neutral gestellt werden. Ziel muss es also sein, darauf hinzuwirken, das Wingsurfen mit dem Windsurfen gleichzustellen (HIER gibt’s ein Interview mit Thomas Weinhardt vom VDWS).

Wie es mit dem Wingsurf-Verbot in Sachsen weitergeht, könnte sich bereits am kommenden Montag (23.05.2022) entscheiden, dann soll es eine Konferenz geben, auf der die Argumente unterschiedlicher Parteien gehört werden sollen.

Das Ergebnis dürfte auch von Wingfoilern anderer Bundesländer genauestens registriert werden, denn die in Sachsen zugrundeliegende Schifffahrtsverordnung ist durchaus vergleichbar mit der anderer Bundesländer. Damit aus dem Einzelfall Sachsen am Ende kein Flächenbrand wird und ein Wingsurf-Verbot an vielen Binnenrevieren Deutschland’s droht, wäre ein Signal “Pro Wingsurfen” aus Sachsen absolut wichtig.

Wir halten euch über die Entwicklung auf dem Laufenden. Stay tuned!