Entscheidung gefallen - Foil-Verbot in Sachsen bestätigt!

NewsEntscheidung gefallen - Foil-Verbot in Sachsen bestätigt!

Manuel Vogel

 5/26/2022, Lesezeit: 2 Minuten

Wassersportler in Sachsen brauchen aktuell starke Nerven, denn das Sächsische Verkehrsministerium hat per Erlass ein Foil-Verbot ausgesprochen.

Das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hat per Erlass entschieden, dass das Foilsurfen in Sachsen verboten ist.

Hier die Antwort des Ministeriums:

“Das zuständige Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) bestätigt, dass die Schifffahrtsbehörde um Zustimmung gebeten hat, dass das Wingsurfen nicht unter dem Verbotstatbestand des § 7 Abs. 3 SächsSchiffVO einzuordnen sei. Auf diesen Grundlagen hat das SMWA den Einordnungsvorschlag eingehend betrachtet und nachvollziehen können. Insbesondere im Hinblick auf die beim Wingsurfen maximal erreichbaren Geschwindigkeit von lediglich 20 – 25 km/h bestätigt das SMWA die Auffassung der Schifffahrtsbehörde, dass diese mit Surfbrett und direkt geführtem Segel ausgeübte Sportart – wie das Wind-/Segel-Surfen auch – keine gefahrgeneigte Nutzung darstellt und somit nicht genehmigungspflichtig ist.

Wingsurfen kann also nunmehr auf jeglichen - wasserrechtlich freigegebenen Flächen - ausgeübt werden. Die bezieht sich jedoch nicht auf systematische Erweiterungen am Wing-Surf-Sportgerät, wie etwa motorische Antriebe, auftriebserhöhende Bordan- oder -umbauten. Derartige technische Maßnahmen können die erreichbaren Geschwindigkeiten und mithin die Gefahrneigung deutlich erhöhen.”

Heißt konkret: Wingsurfen ist erlaubt, allerdings nur ohne Foil, denn dieses gilt als auftriebserhöhender Anbau! Dieses Foil-Verbot erstreckt sich somit auch auf alle anderen Foil-Disziplinen wie Windsurf-Foilen oder Kite-Foilen.

Die Entscheidung wirft viele Fragen auf und kann bei genauerer Betrachtung nur als völlig undifferenziert bezeichnet werden: Mit welcher Begründung soll z.B. Windsurfen mit Finne erlaubt sein, Foil-Surfen aber verboten, wo sich doch beide Disziplinen in einem ähnlichen Geschwindigkeitsbereich abspielen? Vor allem vor dem Hintergrund, dass es bislang keinerlei Meldungen über Unfälle im Zusammenhang mit Foils gibt, erscheint eine pauschale Einordnung des Foil-Surfens als “gefahrgeneigt” absurd.

Eine Antwort schuldig bleib das Ministerium bislang auch auf die Frage, ob denn Vertreter aus dem Wassersportbereich ihre Argumente einbringen konnten, bevor eine Entscheidung getroffen wurde. Bislang macht die Sache leider den Eindruck einer “Hinterzimmer-Entscheidung” auf Kosten der Wassersportler.

Einen weiteren Artikel zum Thema gibt’s auch HIER.