Wingsurfen lernen in der Welle – Teil 1Foto: bulgenslag.de

How to WingsurfWingsurfen lernen in der Welle – Teil 1

Frithjof Blaasch 

28.6.2021, Lesezeit: 5 Minuten

Mit dem Foil werden selbst drucklose Wellen zur perfekten Spielwiese. Aber worauf sollte man achten, wenn man das erste Mal in der Welle Wingsurfen gehen möchte? Im ersten Teil der Serie “Wingen in der Welle” zeigen wir euch, wie ihr sicher durch die Brandung kommt.

Damit ihr in der Welle wingen gehen könnt, solltet ihr euch auf Flachwasser bereits sicher bewegen können und die Starttechnik gut beherrschen, denn ein zügiger Start erleichtert das Wingen in der Welle ungemein. Je schneller ihr nach dem Aufstehen auf dem Board steht und den Wing in der Hand haltet, desto besser könnt ihr logischerweise das Gleichgewicht halten. Aber fangen wir erst einmal ganz von vorne an und schauen, welche Gegebenheiten am Spot die besten Lernerfolge versprechen.

Der richtige Spot

Kleine Wellen, tiefes Wasser und möglichst keine Hindernisse sind ideal.Foto: bulgenslag.de
Kleine Wellen, tiefes Wasser und möglichst keine Hindernisse sind ideal.
Kleine Wellen, tiefes Wasser und möglichst keine Hindernisse sind ideal.Foto: bulgenslag.de
Kleine Wellen, tiefes Wasser und möglichst keine Hindernisse sind ideal.

Für den Anfang solltet ihr ein Revier wählen, dass am besten keinen starken Shorebreak vorweist und wo die Wellen sich auf einer vorgelagerten Sandbank brechen. Einzige Voraussetzung: Die Sandbank muss tiefer liegen als euer Foilmast lang ist! Weil Foils die Wellenenergie so effizient nutzen, müssen die Wellen nicht steil sein und sich nicht mal unbedingt brechen, eine kleine Dünung mit 0,5 bis 1,5 Metern reicht bereits aus. Der Wind sollte am besten seitlich zur Küste wehen (”sideshore”), dass erleichtert das Rausfahren gegen die Wellen und den Start. Außerdem ist es ratsam, darauf zu achten, dass der Untergrund nach Möglichkeit sandig ist und am Spot keine Hindernisse unter Wasser oder andere Gefahren (z.B. Holzbuhnen, Steinmolen, etc.) lauern. Habt ihr den passenden Platz gefunden, geht es darum, unbeschadet durch die Wellen zu kommen.

Wingfoilen lernen in der Welle - unbeschadet durch die Brandungszone

Foil und Wing sollten in der Brandung auf Abstand gehalten werdenFoto: Bulgenslag
Foil und Wing sollten in der Brandung auf Abstand gehalten werden
Foil und Wing sollten in der Brandung auf Abstand gehalten werdenFoto: Bulgenslag
Foil und Wing sollten in der Brandung auf Abstand gehalten werden

Befestigt eure Boardleash an eurem Bein und tragt das Material wie gewohnt ins Wasser. Haltet euren Wing Richtung Lee und achtet darauf, dass ihr den Wing etwa auf Kopfhöhe haltet. Dadurch vermeidet ihr einen ungewollten Kontakt zwischen Wing und Foil, falls das umgedrehte Board von einer Welle angehoben wird. Greift mit der anderen Hand die Fuselage eures Foil und schiebt so das Board mit dem Bug voraus vor euch her. So geht ihr weiter ins tiefere Wasser und erst dann dreht ihr das Board um, so dass das Foil nun unter Wasser ist. Unser Tipp: Geht dabei lieber ein paar Schritte weiter raus als im Flachwasser, falls euch die Wellen zurückdrücken sollten, habt ihr so noch einen kleinen Puffer und setzt nicht gleich mit dem Flügel auf dem Grund auf.

Ehe ihr startet, fahrt auf den Knien soweit raus, bis sich die Wellen nicht mehr brechen.Foto: bulgenslag.de
Ehe ihr startet, fahrt auf den Knien soweit raus, bis sich die Wellen nicht mehr brechen.
Ehe ihr startet, fahrt auf den Knien soweit raus, bis sich die Wellen nicht mehr brechen.Foto: bulgenslag.de
Ehe ihr startet, fahrt auf den Knien soweit raus, bis sich die Wellen nicht mehr brechen.

Wie bereits angesprochen eignet sich seitlicher Wind zur Küste (”sideshore”) deutlich besser als auflandiger Wind (”onshore”). Dadurch zeigt euer Bug bei der Startphase immer direkt gegen die Wellen, wodurch die Wellen von vorne nach hinten unter dem Board durchlaufen können. Diese Bewegung lässt sich erfahrungsgemäß deutlich besser ausgleichen als wenn das Brett quer zu den Wellen stehen würde – wie es bei auflandigem Wind automatisch der Fall wäre. Ihr könnt die ersten Meter auf Knien zurücklegen bis ihr euch sicher seid, dass in nächster Zeit keine Wellen vor euch brechen werden. Die Startphase sollte nun zügig ausgeführt vonstatten gehen, um nicht zum Spielball der Wellen zu werden. Beobachtet beim Anfahren und Abheben die Wasseroberfläche vor euch und vertraut darauf, dass euer Körper automatisch die Wellenbewegungen ausgleichen wird. Wer auf seine Füße schaut, macht sich das Leben unnötig schwer!

Anlanden - zurück an den Strand

Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Foto: bulgenslag.de
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.
Ein beherzter Sprung nach Luv bringt euch weg vom Foil.

Beim Anlanden solltet ihr so weit Richtung Ufer fahren wie es die Wassertiefe ermöglicht. Je weiter ihr dabei Richtung Strand kommt, desto besser. Sucht euch eine Stelle, an der sich gerade keine Wellen brechen oder an der sich die Wellen bereits gebrochen haben. Dadurch verhindert ihr, dass die Wellen direkt nach dem Absteigen auf euer Material brechen und ihr unkontrolliert durchgewaschen werdet (Verletzungsgefahr!). Gerade auf der Ostsee ist es aufgrund der geringen Wellenperiode wichtig, dass ihr von eurem Material los kommt, dieses anschließend aber sofort festhalten könnt: Lasst dafür euer Foil langsam absacken, in dem ihr den Druck aus dem Wing nehmt und macht beim Aufsetzen einen beherzten Sprung nach Luv - weg vom Board. Haltet euren Wing über den Kopf und macht eine Art “Bauch- oder Rückenklatscher”, so verletzt ihr nicht eure Füße, falls der Untergrund uneben oder steinig sein sollte. Den Wing solltet ihr weiterhin am ausgestreckten Arm über euch halten und mit der freien Hand zügig das Board greifen.

Das Board sollte beim Weg aus dem Wasser immer festgehalten werden.Foto: bulgenslag.de
Das Board sollte beim Weg aus dem Wasser immer festgehalten werden.
Das Board sollte beim Weg aus dem Wasser immer festgehalten werden.Foto: bulgenslag.de
Das Board sollte beim Weg aus dem Wasser immer festgehalten werden.

Nun könnt ihr das Board weiter in Richtung Land schieben, den Wing nehmt ihr wie immer auf die Leeseite. Wenn die Wellen kleiner und kraftloser werden, könnt ihr das Board umdrehen, so dass das Foil wieder nach oben zeigt. Auf diese Weise lässt sich das Material sicher in Richtung Strand schieben. Habt jedoch trotzdem immer die Wellen hinter euch im Blick, damit ihr nicht von einer kleinen Weißwasserwalze überrascht werden und haltet den Wing konsequent über eurem Kopf!

Auch beim Anlanden muss das Board früher oder später gedreht werden. Dabei immer den Kontakt zum Foil haltenFoto: bulgenslag.de
Auch beim Anlanden muss das Board früher oder später gedreht werden. Dabei immer den Kontakt zum Foil halten
Auch beim Anlanden muss das Board früher oder später gedreht werden. Dabei immer den Kontakt zum Foil haltenFoto: bulgenslag.de
Auch beim Anlanden muss das Board früher oder später gedreht werden. Dabei immer den Kontakt zum Foil halten

Sollte euch doch einmal eine Welle beim Starten oder Anlanden überraschen, gilt es erst einmal Ruhe zu bewahren. Haltet den Wing immer über eurem Kopf und versucht diesen über die Welle zu heben, damit dieser nicht unkontrolliert durchgewaschen wird. Mit der anderen Hand haltet ihr das Board an den Schlaufen oder dem Tragegriff fest und versucht dieses ebenfalls über die Welle zu ziehen. Sollte die Welle zu viel Kraft haben, sodass ihr das Board nicht festhalten könnt, dann gilt die Maxime, die Welle samt Wing vor dem Board zu überqueren. Lasst in diesem Fall das Board also los, damit es von der Welle mitgezogen wird. Dadurch bringt ihr den nötigen Abstand zwischen euch und das scharfe Foil!

Bei brechenden Wellen immer das Material festhalten und den Wing auf Abstand zum Foil halten.Foto: bulgenslag.de
Bei brechenden Wellen immer das Material festhalten und den Wing auf Abstand zum Foil halten.
Bei brechenden Wellen immer das Material festhalten und den Wing auf Abstand zum Foil halten.Foto: bulgenslag.de
Bei brechenden Wellen immer das Material festhalten und den Wing auf Abstand zum Foil halten.

Im nächsten Teil der Serie “Wingen in der Welle zeigen wir euch wie ihr anrollende Wellen überqueren könnt, ohne dass das Foil den Kontakt zum Wasser verliert und ihr dadurch abgeworfen werdet. Klickt gerne wieder rein und viel Spaß beim Üben!