Welche Mastlänge zum Foilen Sinn machtFoto: Tobi Bromwich

How to WingsurfWelche Mastlänge zum Foilen Sinn macht

Manuel Vogel 

18.6.2021, Lesezeit: 3 Minuten

Als ob die Auswahl bei den Foils nicht schon schwer genug wäre, muss man für diese am Ende auch noch einen passenden Foilmast auswählen. Auf dem Markt gibt es dabei Mastlängen zwischen 30 und 100 Zentimeter. Welche Länge für deine Ansprüche Sinn macht, erfährst du hier.

Kürzere Masten, leichteres Lernen?

Eines der Argumente der Hersteller für kürzere Masten ist, “dass Anfänger damit leichter das Foilen lernen können”. Wer also einen kurzen Mast mit 30 bis 60 Zentimetern Länge unters Board schraubt, soll sicherer und ohne “Höhenangst” mit dem Wingsurfen beginnen können. Unserer Erfahrung nach ist dies ein Trugschluss, denn gerade am Anfang hat man noch Probleme, die richtige Flughöhe konstant zu halten. Je kürzer ein Mast ist, desto schneller kommt das Foil an die Wasseroberfläche, was meist mit Strömungsabriss und einer unsanften Rückkehr auf die Wasseroberfläche verbunden ist. Im Surfkurs mögen kurze Masten zur Eingewöhnung Sinn machen, wer sich aber ein Foil samt Mast kaufen möchte und primär in Flachwasserrevieren unterwegs ist, sollte auch als Einsteiger schon Mastlängen zwischen 75 und 85 Zentimetern wählen. Mit diesen hat man bei Fehlbelastungen etwas mehr Spielraum, spricht Zeit, um Korrekturen an der Flughöhe durchzuführen. Außerdem hat man bei Bedingungen mit mehr Wind nicht andauernd das Problem, dass aufgrund einer notgedrungen niedrigen Flughöhe die Wellen gegen das Brett schlagen und für Unruhe sorgen. Mit mehr Bodenfreiheit fliegt ihr einfach entspannter drüber hinweg. Und die “Höhenangst”? Diese wird schnell zum Hochgefühl, denn genau das ist es doch, was Foilen ausmacht: Lautlos übers Wasser fliegen!

Suspekt ist die Flughöhe meist nur am Anfang. Aus “Höhenangst” wird schnell “Hochgefühl”Foto: Slingshot
Suspekt ist die Flughöhe meist nur am Anfang. Aus “Höhenangst” wird schnell “Hochgefühl”
Suspekt ist die Flughöhe meist nur am Anfang. Aus “Höhenangst” wird schnell “Hochgefühl”Foto: Slingshot
Suspekt ist die Flughöhe meist nur am Anfang. Aus “Höhenangst” wird schnell “Hochgefühl”

Sind kurze Foilmasten also nur eine Marketing-Idee der Industrie? Nein, denn natürlich gibt es Fälle, wo kurze Masten Sinn machen, z.B. an Spots mit geringer Wassertiefe. Wer regelmäßig in Stehrevieren aufs Wasser möchte, kommt um ein Foil mit kurzem Mast nicht herum. Längen zwischen 50 und 70 Zentimetern bieten hier einen guten Kompromiss aus weniger Tiefgang und trotzdem noch schönen Fluggefühl.

Lange Masten für die Welle

Je welliger die Bedingungen werden, desto mehr Sinn machen lange Masten. Mit kurzen Masten steht man vor allem bei kleinen Wellenabständen, wie z.B. auf der Ostsee und an großen Seen oft der Fall, vor dem Problem, dass das Foil im Wellental schnell frei kommt oder der Wellenkamm gegen das Board schlägt – beides sorgt für Unruhe und bremst den Spaß deutlich. Aus diesem Grund wählen Wingsurfer für Reviere mit steilen Chops oder Brandungswelle oft die längsten Masten – 85 bis 95 Zentimeter sind dann ideal.

Bei welligen Bedingungen hat man mit langen Masten mehr SpielraumFoto: Slingshot
Bei welligen Bedingungen hat man mit langen Masten mehr Spielraum
Bei welligen Bedingungen hat man mit langen Masten mehr SpielraumFoto: Slingshot
Bei welligen Bedingungen hat man mit langen Masten mehr Spielraum

Fazit:

Die gewählte Mastlänge hängt weniger vom Fahrkönnen ab, als vom Einsatzbereich:

  • 75 bis 90 Zentimeter ist die Mastlänge, welche für fast alle Spots am meisten Sinn macht, unabhängig vom Fahrkönnen
  • Masten mit 50-70 Zentimetern machen nur dort Sinn, wo die Wassertiefe begrenzt ist
  • Wer überwiegend in welligen Revieren unterwegs ist, sollte Masten mit 85-95 Zentimetern wählen