Foil-Schrauben lockern sich – was tun?Foto: bulgenslag.de

How to WingsurfFoil-Schrauben lockern sich – was tun?

Frithjof Blaasch 

23.8.2021, Lesezeit: 3 Minuten

Durch starke Vibrationen und Belastungen des Foils, kann es vorkommen, dass sich die Schraubverbindungen lockern. Wir zeigen euch, wie ihr dieser Problematik vorbeugen könnt.

Gerade beim Springen, Wellenabreiten oder beim Queren von Weißwasser hat das Foil ordentlich zu tun und ist starken Vibrationen ausgesetzt. Durch diese Belastungen kann es vorkommen, dass sich die Schrauben etwas lockern und das Foil anfängt, hin und her zu schlackern. Dies ist auf Dauer schädlich fürs Material, verschlechtert die Performance und obendrein nervt es, immer wieder an den Strand fahren zu müssen.

Eine nicht (!) zu empfehlende Lösung wäre, die Schrauben besonders fest anzuziehen – denn schon Oma wusste: „Nach fest kommt ab!“ Auch sollte man nicht warten, bis die Schrauben korrodiert sind und sich nicht mehr lösen lassen, denn auch damit steigt die Gefahr, dass euch die Schrauben irgendwann abbrechen. Falls euch genau das passiert ist, checkt mal unseren Artikel “Was tun bei abgerissen Schrauben?”.

Die Lösung: Loctite!

Die einfachste Möglichkeit, um Schrauben gegen Vibrationen zu sichern, ist „Loctite“. Der Hersteller Loctite bietet verschiedene Kleb- & Dichtstoffe für Gewinde an, um diese gegen Vibrationsbelastungen zu sichern, zum Teil haben diese Klebstoffe sogar eine Trinkwasserfreigabe, sind also biologisch unbedenklich. Es gibt unterschiedliche Festigkeitsstufen, abgesehen davon sollte man am Foil aber lediglich die Verbindung von der “Baseplate” zum Mast mit Loctite bearbeiten, da man diese Verbindung in den meisten Fällen nie oder nur selten löst.

Das hier verwendete Loctite dient nur der Anschauung und ist nicht die optimale Variante!Foto: bulgenslag.de
Das hier verwendete Loctite dient nur der Anschauung und ist nicht die optimale Variante!
Das hier verwendete Loctite dient nur der Anschauung und ist nicht die optimale Variante!Foto: bulgenslag.de
Das hier verwendete Loctite dient nur der Anschauung und ist nicht die optimale Variante!

Für Verbindungen, die regelmäßig gelöst werden sollen, wie z.B. Mast/Fuselage oder Fuselage/Flügel, sollte Loctite nicht (!) verwendet werden.

Teflonband für Flügel und Fuselage

Für die Verbindung Mast/Fuselage hat sich Teflonband bzw. Gewindedichtband bewährt. Wir haben darüber bereits an anderer Stelle berichtet, z.b. im Artikel “Foil-Schrauben fetten”.

Das Teflonband sollte dünn und straff um die Schraube gewickelt werden.Foto: bulgenslag.de
Das Teflonband sollte dünn und straff um die Schraube gewickelt werden.
Das Teflonband sollte dünn und straff um die Schraube gewickelt werden.Foto: bulgenslag.de
Das Teflonband sollte dünn und straff um die Schraube gewickelt werden.

Das Teflonband kann aber auch gegen Losrütteln helfen und sollte stramm und maximal 3-lagig um die trockene Schraube gewickelt werden. Dabei muss nicht die ganze Schraube umwickelt werden, sondern lediglich die Stelle, wo die Gewinde von Mast und Fuselage aufeinandertreffen. Beim Eindrehen der Schrauben muss darauf geachtet werden, dass das Band in das Gewinde „eingezogen“ wird. Sollte sich das Band beim Einschrauben hochdrücken, müsst ihr es erneut mit weniger Lagen versuchen. Da das Band nicht von alleine klebt, solltet ihr die Umwicklung nicht im Wind durchführen, um Wutanfälle zu vermeiden. In der Regel hält das Band trotz Ein- und Ausdrehen der Schrauben einige Sessions, und lässt sich immer wieder gut entfernen und neu auftragen. Das Teflonband wirkt wahre Wunder gegen Korrosion und Losrütteln der Schrauben bei Vibrationen.

Weniger ist mehr - es reicht die Gewinde-Verbindungsstellen zu umwickeln.Foto: bulgenslag.de
Weniger ist mehr - es reicht die Gewinde-Verbindungsstellen zu umwickeln.
Weniger ist mehr - es reicht die Gewinde-Verbindungsstellen zu umwickeln.Foto: bulgenslag.de
Weniger ist mehr - es reicht die Gewinde-Verbindungsstellen zu umwickeln.

Solltet ihr oder eure Wingpartner*innen also zukünftig mal eine Schraube locker haben, wisst ihr nun, was zu tun ist… 😉